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Rheticus-Projekt

Spezialchemie aus Abgas: Wie Evonik und Siemens CO2 zum Rohstoff machen wollen

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„Rheticus bündelt die Kompetenzen von Evonik und Siemens. Das Forschungsprojekt zeigt, wie wir die Power-to-X-Idee in die Anwendung bringen“, sagt Dr. Karl Eugen Huthmacher vom BMBF. Die Erzeugung von Chemikalien mithilfe von Strom ist dabei eine Idee des Power-to-X-Konzeptes, also der Erzeugung von Rohstoffen aus anorganischen Substanzen mittels erneuerbarer Energie. Als eine der vier Säulen der Kopernikus-Initiative soll es helfen, erneuerbare, elektrische Energie sinnvoll umzuwandeln und zu speichern. Zugleich trägt die Rheticus-Plattform dazu bei, die Kohlendioxidbelastung der Atmosphäre zu reduzieren, da das CO2 als Rohstoff verwendet wird. So würde beispielsweise die konventionelle Herstellung von einer Tonne Butanol drei Tonnen Kohlendioxid benötigen.

So soll die Abgas-Chemie Wirklichkeit werden:

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Rheticus soll den Sprung aus dem Labor schaffen

Nun sollen zunächst die zugrunde liegenden Verfahren aus dem Labormaßstab in einer technischen Versuchsanlage zusammengeführt werden, erklärt Evonik. Diese soll bereits 2021 am Evonik-Standort Marl in Betrieb gehen. Erste Anlagen im Produktionsmaßstab (ca. 20.000 t/a) sollen folgen, wobei das Rheticus-Konzept auf modularen Produktionseinheiten aufbauen soll, die die chemische Industrie flexibel an lokale Gegebenheiten anpassen können soll.

Sie könnten künftig überall dort installiert werden, wo CO2 vorhanden ist – etwa aus Kraftwerksabgasen oder Biogas, erklärt Siemens-Technologie-Experte Schmid. „Wir setzen darauf, dass auch andere Firmen die Plattform nutzen und mit eigenen Modulen zur Herstellung ihrer chemischen Produkte verknüpfen.“

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Modular und flexibel

„Der modulare Charakter und die Flexibilität hinsichtlich Standort, Rohstoffquellen und den hergestellten Produkten machen die neue Plattform insbesondere für die Spezialchemie attraktiv“, ergänzt Creavis-Leiter Haas. Denkbar sei auch die Herstellung von anderen Spezialchemikalien oder Treibstoffen. Beteiligt sind rund 20 Wissenschaftler beider Unternehmen.

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