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Zusammenhang von kardiovaskulären und psychischen Erkrankungen neu erklärt Unser Herz denkt und fühlt mit

Quelle: Pressemitteilung Max-Planck-Gesellschaft 2 min Lesedauer

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Unser Herz könnte einen starken Einfluss auf unser Denken und Fühlen ausüben. Einer neuen Studie zufolge könnten körperliche Vorgänge wie Herzschlag und Blutdruckänderungen mit mentalen Prozessen verknüpft sein. Diese Zustände interagieren demnach miteinander, beeinflussen sowohl die Psyche als auch das Herz-Kreislauf-System und sollten in der Behandlung von kardiovaskulären und psychischen Erkrankungen berücksichtigt werden.

Es gibt immer mehr Erkenntnisse, dass das Herz, das ja ebenfalls Nervenzellen enthält, einen starken Einfluss auf Denken und Fühlen ausübt.(Bild:  © ChatGPT / KI-generiert)
Es gibt immer mehr Erkenntnisse, dass das Herz, das ja ebenfalls Nervenzellen enthält, einen starken Einfluss auf Denken und Fühlen ausübt.
(Bild: © ChatGPT / KI-generiert)

Der Einfluss des Herzens und des Kreislaufsystems spielt sich innerhalb von Millisekunden ab, so dass schon jeder einzelne Herzschlag eine Rolle spielt. Die Rolle des Herzens für Psyche und Kognition zeigt sich in einer hohen Koinzidenz von kardiovaskulären Erkrankungen, wie zum Beispiel bei Bluthochdruck und Herzinfarkt, sowie psychischen Erkrankungen, wie bei Depression und Angsterkrankungen.

Es gibt eine Reihe von Erklärungsansätzen für diese hohe Koinzidenz, von denen bisher aber keiner definitiv belegt werden konnte. So werden zum Beispiel negative psychische Reaktionen bei Diagnose einer kardiovaskulären Erkrankung als Grund für die Entstehung psychischer Erkrankungen angeführt. Andererseits wird eine ungesunde Lebensweise bei Vorliegen psychischer Erkrankungen als Risikofaktor für die Entstehung von kardiovaskulären Erkrankungen angesehen.

Ein neues Konzept eines Forschungsteams am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften geht nun von integrierten Körper-Hirn-Zuständen aus. Dabei geht jeder körperliche Vorgang, wie zum Beispiel Herzschlag, Blutdruckveränderung und jede Änderung des Metabolismus automatisch mit einem mentalen oder geistigen Prozess einher. Das bedeutet, dass beide untrennbar verbunden sind.

Unterschiedliche Dauer von Körper-Hirn-Zuständen

Die Körper-Hirn-Zustände spielen sich auf verschiedenen zeitlichen Skalen ab, die als dynamisches System beschrieben werden: Kurz andauernde Körper-Hirn-Zustände („Microstates“) entsprechen zum Beispiel Emotionen wie Ärger oder Freude. Ein Beispiel für länger andauernde Körper-Hirn-Zustände („Mesostates“) ist akuter oder chronischer Stress. Psychische und kardiovaskuläre Erkrankungen reflektieren sich in langdauernden Körper-Hirn-Zuständen („Macrostates“). „Dabei haben psychische Erkrankungen immer auch eine kardiovaskuläre Komponente, die aber noch ohne klinische Symptome sein kann und ebenso umgekehrt. Die hohe Koinzidenz von psychischen und kardiovaskulären Erkrankungen könnte man daher mit der Spitze des Eisbergs vergleichen“, sagt Arno Villringer, Direktor der Abteilung Neurologie am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften.

Diese Überlegungen bedeuten den Forschenden zufolge, dass schon in der Prävention, aber auch in der Therapie kardiovaskulärer und psychischen Erkrankungen immer beide Aspekte berücksichtigt werden müssen, auch wenn anfänglich nur einer der Aspekte im Vordergrund steht. Betont werden muss, dass neben dem Herz und dem Herzkreislaufsystem, auch andere Organe und insbesondere auch das Immunsystem mit dem Gehirn und der Psyche kontinuierlich interagieren und somit in analoger Weise in erweiterte Brain-Body-State Konzepte eingebunden werden sollen.

Originalpublikation: Arno Villringer, Vadim V. Nikulin, Michael Gaebler: Brain–body states as a link between cardiovascular and mental health, Trends in Neurosciences, Online nowSeptember 19, 2025Open access

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