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MAGAZIN Was haben Flugzeuge und Waagen gemeinsam?

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Am 28. April 2005 hat Mettler Toledo vor 100 geladenen Gästen im Bremer Flughafen erstmals seine neuste Analysenwaage, die Excellence Plus XP, vorgestellt. Das Wägen von Substanzen soll mit dieser neuen Serie sicherer und genauer werden.

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Abb.1: Die neue Analysenwaage Excellence Plus XP kann mit ihren Features in einem regulierten Umfeld eingesetzt werden
Abb.1: Die neue Analysenwaage Excellence Plus XP kann mit ihren Features in einem regulierten Umfeld eingesetzt werden
( Archiv: Vogel Business Media )

Am 28. April 2005 hat Mettler Toledo vor 100 geladenen Gästen im Bremer Flughafen erstmals seine neuste Analysenwaage, die Excellence Plus XP, vorgestellt. Das Wägen von Substanzen soll mit dieser neuen Serie sicherer und genauer werden.

Auf den ersten Blick war der Ort der Marktpräsentation der neusten Analysenwaage von Mettler Toledo ein ungewöhnlicher. Die neue Excellence Plus XP wurde auf dem Bremer Flughafen vorgestellt. Aber Thomas Nitschke, Head of Marketing Central Europe im Bereich Labor, räumte bereits in seiner Eröffnungsrede mit dieser vermeintlichen Ungereimtheit auf. Für ihn haben Flugzeuge und Waagen durchaus etwas gemeinsam und er machte das an dem Beispiel der Airbus-Familie und ihrer Entwicklung in den letzten Jahrzehnten deutlich.

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Sicherheit steht an erster StelleGerade die Sicherheit ist im Flugzeug-Bau das alles beherrschende Thema. Dies zeigt die Einführung solcher wegweisender Systeme wie dem „Fly-by-wire“, einer computergestützten Hilfe, die es dem Piloten ermöglicht, das Flugzeug einfacher zu steuern. Bei Mettlers Waagen heißt dieses „Fly-by-wire“-System SmartSens. Hiermit werden über einen Sensor Waagenfunktionen wie Tarieren, Tür öffnen, schließen, Wägen oder Drucken durchgeführt, ohne die Waage zu berühren. Gerade im Umgang mit toxischen Materialien ist dieses berührungslose Wägen ein Gewinn. Außerdem übernahmen diese Systeme im Flugzeug auch Überwachungsfunktionen ähnlich der ESP- oder ABS-Systeme im Auto. Bei der neuen Excellence XP-Serie übernehmen diese Überwachungsfunktionen u.a. die beiden Funktionen MinWeigh und LevelControl: MinWeigh weist den Anwender darauf hin, dass seine Einwaage geringer ist, als es die definierte Fehlertoleranz erlaubt.

LevelControl gibt den Hinweis, dass die Waage mehr nivelliert ist und gibt über die Anzeige Anweisungen, wie zu nivellieren ist. Ein User Management versieht jeden Job und jede Funktion mit individuellen Zugriffsrechten und macht so eine Fehlermanipulation unmöglich. Nitschke hob aber auch die Ähnlichkeiten in der Modellpolitik hervor. So setzen Airbus und Mettler auf eine „Modellfamilie“. Ein Pilot soll sich in allen Airbus-Modellen auf Anhieb zurechtfinden. Gleiche Cockpit-Anordnungen helfen ihm dabei. Auch Mettler setzt auf dieses Konzept. So haben alle Modelle der Excellence-Serie die gleiche Bedienoberfläche. Der Anwender findet sich laut Nitschke sofort zurecht. Mettler möchte mit ihrer neuen Serie vor allen Dingen im Markt der Pharma-Forschung punkten. Mit SmartSens, SmartGrid und SmartScreen sind sich die Entwickler sicher, dass ihnen das auch gelingen wird.

Analysenwaagen bei Mettler Toledo

Mettler Toledo unterscheidet bei seinen Analysenwaagen zwischen zwei verschiedenen Serien: dem Excellence und dem Classic Level. Der Kunde kann dadurch gezielt die Waage für seine Anwendung finden.

Excellence Level:Der Exellence Level beinhaltet zwei verschiedenen Modellen: die Excellence Plus XP Analysenwaage und die Excellence XS Analysenwaage. Diese Serie sollte gewählt werden, wenn:- im Wägeprozess Sicherheit und Rückverfolgbarkeitwichtig sind.- die Prozesse den QM-Vorschriften entsprechenmüssen.- kleinste Probenmengen eingewogenwerden sollen.- spezielle Anwendungsunterstützungoder Einsatzflexibilität benötigt werden.- häufig Routinearbeiten ausgeführtwerden müssen.- die Wägegeschwindigkeit eine Rollespielt.- die Waage in Produktionsprozesseneingesetzt wird.

Classic Level:Der Classic Level besteht aus drei verschiedenen Modellen: der AB-S/FACT Analysenwaage, der AB-S Analysenwaage und der AL Analysenwaage. Diese Waagen sollten, gewählt werden, wenn:- höchstens eine 0,01-mg-Waage benötigtwird.- eine einfache Waage gesucht wird.- die Waage nicht sehr oft benutzt wird.Applikationen sind Stückzählen mit einfacher Referenzauswahl, Prozentwägen, dynamisches Wägen mit automatischem und manuellem Start. Darüber hinaus bietet Mettler Toledo für das Wägen im Labor noch weitere Serien an, darunter u.a. Mikro- und Ultramikrowaagen, Präzisionswaagen und portable Waagen.

Nachgefragt: Hat sich das Wägen verändert?

LaborPraxis hatte die Gelegenheit am Rande der Veranstaltung exklusiv mit Thomas Nitschke, damals noch Head of Marketing Central Europe im Bereich Labor, jetzt verantwortlich für den Bereich Prozessanalytik bei Mettler, über die neue Excellence Plus XP und die Veränderung der Wägetechnologie zu sprechen.

LaborPraxis: Mit welchen drei Attributen würden Sie Ihre neue Waagenserie charakterisieren?Nitschke: Die drei Begriffe sind sicherlich Sicherheit, Ergonomie und Messgenauigkeit, d.h. hohe Wiederholbarkeit bei hoher Geschwindigkeit. Diese Features erlauben es dem Kunden, kleinere Proben schnell und sicher einzuwiegen.

LaborPraxis: Sind alle drei Charakteristika für alle Branchen gleich relevant?Nitschke: Natürlich gibt es unterschiedlicheAnforderungen, das Thema Sicherheit ist z.B. in der Pharma-Branche von enormer Wichtigkeit. Aber auch die kleineMindesteinwaage spielt eine große Rolle, denn gerade die Pharma-Branche arbeitet häufig mit sehr kostbaren Substanzen und da spart eine geringe Einwaage bares Geld.

LaborPraxis: Stichwort Messgenauigkeit – in den Vorträgen fiel oft der Begriff Schnelligkeit, d.h. wie schnell stellt sich das richtige Ergebnis ein. Ist das eine Folge davon, dass immer weniger Mitarbeiter im Labor immer mehr tun müssen?Nitschke: Das kann sein, aber es ist eigentlich egal, wie viele Mitarbeiter man beschäftigt. Wenn viele Einwaage-Vorgänge nötig sind, spart man mit einer schnellen Waage wie unserer Excellence XP einfach Zeit und kann sich früher anderen Arbeiten zuwenden. Es gehört zu den Grundbedürfnissen des Anwenders, eine Waage zu haben, die das korrekte Ergebnis möglichst schnell erreicht.

LaborPraxis: Früher benötigte man für Analysenwaagen eine spezielle Umgebung u.a. einen klimatisierten Raum und einen speziellen Wägetisch. Wird das in Zukunft weiter so sein?Nitschke: Das hängt immer vom Anspruch ab. Man kann die Physik nicht eliminieren, eine gute Umgebung wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle für eine vernünftige Wägung spielen. Sicherlich wird man durch bessere Wägezellen und intelligentere Filtermechanismen das ein Stück weit ausschalten. Wenn der Anwender aber Wert auf hohe Messgenauigkeit legt, dann muss er nach wie vor in einer dafür geeigneten Umgebung wägen.

LaborPraxis: Haben Sie bereits mit der Auslieferung der Waagen begonnen?Nitschke: Ja, die Auslieferung der Waagen hat bereits begonnen. Die ersten Tagezeigen, dass das Produkt hervorragendam Markt ankommt.

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