English China

Energieeffiziente und hygienisch sichere Trinkwassererwärmung
Wie warm muss das Wasser sein?

Ein Gastbeitrag von Dr. Benjamin Meyer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, IWW Zentrum Wasser 6 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Trinkwassererwärmung ist mehr als reiner Komfort für heiße Duschen. Sie stellt auch eine Hygienemaßnahme gegen Bakterien dar. Wie sich Wasserhygiene und Energieeffizienz in der Gebäudetechnik optimal vereinbaren lassen, untersuchen zwei Projekte mit Beteiligung des IWW Instituts für Wasserforschung.

Abb.1: Die Erwärmung von Trinkwasser ist auch eine Hygenemaßnahme gegen Bakterien in den Leitungen und Wassertanks. Doch wie viel Erwärmung ist wirklich nötig?(Bild:  © Love the wind - stock.adobe.com)
Abb.1: Die Erwärmung von Trinkwasser ist auch eine Hygenemaßnahme gegen Bakterien in den Leitungen und Wassertanks. Doch wie viel Erwärmung ist wirklich nötig?
(Bild: © Love the wind - stock.adobe.com)

Einer der größten Hebel beim Klimaschutz in Deutschland ist der Gebäudesektor. Dieser macht 28 % des gesamten Endenergieverbrauchs aus und verursacht jährlich über 120 Millionen Tonnen CO2-Emissionen [1]. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Trinkwassererwärmung (TWE). Sie macht in Neubauten sowie in Bestandsgebäuden mit einer energetischen Sanierung bis zur Hälfte des gesamten Gebäudewärmeverbrauchs aus und bietet daher große Chancen für Effizienzsteigerungen. Ein Absenken der Wassertemperatur ist allerdings nicht einfach so durchführbar, denn in Trinkwasserinstallationen (TWI) mit einer zentralen TWE und einem Speichervolumen für Trinkwarmwasser (TWW) von mehr als 400 Litern sind mindestens 60 °C für das TWW vorgeschrieben, um einen wirkungsvollen Schutz vor Legionellen zu gewährleisten.

Zwei vom BMWK geförderte Verbundforschungsprojekte Ultra-F (2018 bis 2023) und Trans2NT-TWW (2021 bis 2024) überprüfen die Wirksamkeit unterschiedlicher Strategien, um eine energieeffiziente und hygienisch sichere TWE bei abgesenkter TWW-Temperatur zu erreichen. In beiden Projekten ist das IWW Institut für Wasserforschung gGmbH sowohl mit kulturellen und molekularbiologischen als auch mit neuen Methoden maßgeblich an den hygienisch mikrobiologischen Untersuchungen beteiligt.