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Worauf es bei Lebensmittelschläuchen ankommt

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Wie muss der Lebensmittelschlauch aufgebaut sein?

Man unterscheidet zwischen Lebensmittelschläuchen, die aus einem Material bestehen und solchen Schläuchen, bei denen die Innenseele und der Außenmantel aus unterschiedlichen Werkstoffen gefertigt wird – als Beispiel sei die Gruppe der Silikonschläuche angeführt, die ideale Lebensmittelschläuche sind. Sie entsprechen den FDA- sowie BfR-Regelwerken und sind ebenfalls hochtemperaturbeständig. Ohne ein spezielles verstärkendes Gewebegeflecht (s. Bildergalerie, Abb. 1) genügen sie jedoch keinerlei Druckanforderungen. Andererseits gibt es Lebensmittelschläuche oder Nahrungsmittelschläuche auch als reine Kunststoffschläuche, die den Regelwerken und hohen Druckvorgaben entsprechen. Diese Schläuche sind alterungs-, witterungs- und ozonbeständig und gegenüber den meisten Chemikalien relativ resistent. Sie decken jedoch lediglich Temperaturbereiche von -40 °C bis 60 °C ab und sind aufgrund ihrer Shore-Härte D mechanisch schwer handhabbar; denn sie sind nicht weich und nicht flexibel.

Wählt man hingegen EPDM/PP als Schlauchmaterial, ein thermoplastisches Elastomer, erhält man einen Hochleistungsschlauch mit einer sehr geringen Gaspermeabilität, der FDA- und BfR-konform ist und sich durch einen hohen Temperaturbereich von -40 °C bis 135 °C auszeichnet. Er ist allerdings nicht für erhöhte Drücke ausgelegt, es sei denn, man nimmt einen EPDM/PP-Schlauch mit einer Polyestergeflechteinlage als Druckträger, doch auch hier liegt der max. Arbeitsdruck nur zwischen 11 bis 17 bar bei 20 °C.

Wellschläuche oder Wellrohre aus PTFE decken das gesamte Anforderungsprofil ab, was in Frage kommen könnte, einerseits die Konformität der Schläuche, den Temperaturbereich, der zwischen -20 °C und 150 °C liegt, die chemische Beständigkeit gegenüber annähernd sämtlichen anorganischen und organischen Medien sowie den maximalen Betriebsdruck von 16 bar bezogen auf 20 °C. Hinzu kommt die annähernd absolute Gasdichte des PTFE-Wellrohrs. Die wenigen Beispiele zeigen, dass es keine Gesamtlösung gibt. Anwender sollten vielmehr, bezogen auf den Einzelfall, eine spezifische Beratung der Experten einfordern, die alle Parameter einbezieht, die gewünscht werden.

Hilfestellung bei der Auswahl des passenden Schlauches

Die anwendungstechnische Beratung spielt bei Reichelt eine große Rolle. Hierfür stehen Techniker und Ingenieure zur Verfügung, die sach- und fachkundige Auskunft geben. Im Vorfeld kann sich der Anwender über die Homepage informieren. Zudem kann er über www.rct-online.de auf eine Datenbank zugreifen, über die die chemische Beständigkeit der Kunststoffe abgeprüft werden kann. Dazu kann er entweder den Namen der Chemikalie abfragen, dann werden ihm die entsprechenden beständigen Kunststoffe angezeigt. Oder er gibt den gewünschten Kunststoff ein und erhält eine Auswertung der Chemikalien, gegenüber denen der Kunststoff beständig ist. Weiterhin bietet Reichelt dem Anwender einen Druckrechner an, über den er die Druckbeständigkeit von PTFE-Schläuchen in Abhängigkeit zur Einsatztemperatur berechnen lassen kann.

* Dr. P. Reichelt, Reichelt Chemietechnik, 69126 Heidelberg

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