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Worauf es bei Lebensmittelschläuchen ankommt

| Autor / Redakteur: Peter Reichelt* / Marc Platthaus

Es gibt Lebensmittelschläuche, die aus einem Material bestehen und solche, bei denen wie hier im Bild zu sehen, die Innenseele und der Außenmantel aus unterschiedlichen Werkstoffen gefertigt wird.
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Es gibt Lebensmittelschläuche, die aus einem Material bestehen und solche, bei denen wie hier im Bild zu sehen, die Innenseele und der Außenmantel aus unterschiedlichen Werkstoffen gefertigt wird. (Bild: Reichelt Chemietechnik)

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Was zeichnet einen Schlauch aus, der im Lebensmittelbereich eingesetzt wird? Welche speziellen Materialien eignen sich besonders gut für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie? Unser Beitrag gibt Antworten auf diese Fragen.

Sowohl der Hersteller von Lebensmittelschläuchen wie auch die verarbeitende Lebensmittelindustrie stehen vor großen Herausforderungen. Alle zu fördernden Substanzen, die in Kontakt mit Lebensmitteln kommen, müssen speziellen Anforderungen genügen, die vom Gesetzgeber vorgegeben werden. Bei den Förderschläuchen muss es sich um so genannte „lebensmittelechte“ Werkstoffe handeln, die richtlinienkonform sind und dementsprechend die Qualität der Nahrungsmittel nicht beeinträchtigen. Das bedeutet, dass weder der Geruch, noch der Geschmack in irgendeiner Weise verändert wird.

Besondere Anforderungen der Lebensmittelindustrie

Lebensmittelechte Schläuche werden in der Regel aus Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM), Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk mit Polypropylen (EPDM/PP), aber auch aus Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR) bzw. Polytetrafluorethylen (PTFE) in unterschiedlichen Modifikationen hergestellt. Der Gesetzgeber macht klare Vorgaben für Schlauchmaterialien, die mit Lebensmitteln in direkten Kontakt kommen. Hierzu gehört die EU-Rahmenverordnung 1935/2004; hier sind allgemeine, grundlegende Bedingungen genannt, die Materialien erfüllen müssen, wenn sie mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Des Weiteren wird in der EU-Verordnung 10/2011 auf spezielle Regelungen verwiesen, die für Behältnisse aus Kunststoff gelten, sofern sie in der Lebensmittelindustrie bzw. Lebensmittelproduktion zum Einsatz kommen.

Als Handlungshilfe bietet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine öffentlich zugängliche Datenbank an, die Empfehlungen für Materialien gibt, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Zudem gibt es mit dem „Glas/Gabelzeichen“ ein öffentliches „Lebensmittellogo“ der Europäischen Union, mit dem ein lebensmittelechter Schlauch gekennzeichnet wird. Der Anwender sollte immer danach fragen, ob der ausgewählte Lebensmittelschlauch FDA- (Food and Drug Administration, die amerikanische Gesundheitsbehörde) bzw. BfR-konform ist und der US Pharmacopeia Class VI entspricht.

Was muss ein Lebensmittelschlauch leisten?

Generell kommen lebensmittelechte Schläuche beispielsweise zur Förderung von Milchprodukten wie Joghurt und Molke und zum Leiten von Bier, Wein und Softdrinkerzeugnissen zum Einsatz. So werden sie als Förderschläuche für den Transport und die Leitung einer Vielzahl von festen und flüssigen Lebensmitteln genutzt. Es muss gemäß den BfR- wie auch FDA-Regelwerken sichergestellt sein, dass die Transportkette, beispielsweise beginnend beim Milchbauern und endend im Molkerei-Verarbeitungsbetrieb nicht unterbrochen wird. Die Kriterien für Lebensmittelschläuche sind genau in den FDA- bzw. BfR-Richtlinien definiert, wobei die Datenbank des BfR hier die nötigen Handlungsempfehlungen für die Materialienauswahl gibt.

Beim Einsatz von Förderschläuchen für Lebensmittel ist darauf zu achten, dass die Schläuche eine absolut glatte Oberfläche aufweisen und eine gut zu reinigende Innenoberfläche besitzen. Hierdurch wird der Ansiedlung von Mikroorganismen vorgebeugt. Wichtige Kriterien sind bei der Schlauch-Auswahl einerseits die Temperaturkonstanten der Schläuche, d.h. ihre Temperaturbeständigkeit und gleichzeitig die damit zusammenhängende mögliche Druckbelastung. So bietet Reichelt Chemietechnik z.B. Molkerei-Lebensmittel-Hochleistungs-Temperatur-Druckschläuche aus EPDM an, die für einen maximalen Betriebsdruck von 6 bar bei 164 °C noch absolut druckfest sind und dies für den gesamten Bereich aller Schlauchgrößen, beginnend mit DN 10 bis DN 50.

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Es kommt aber andererseits auch auf das zu fördernde Lebensmittel/Medium an, wie folgendes Beispiel illustriert: So stehen NBR-Getränkeschläuche bzw. NBR-Lebensmittelschläuche zur Verfügung, wenn es darum geht, fetthaltige Lebensmittel zu fördern. Ebenso können zum Transport von fetthaltigen Lebensmitteln natürlich auch Schläuche mit einem PTFE-Innenmantel oder ein PTFE-Wellrohr eingesetzt werden, wie aber auch Schläuche aus EPDM, die den gleichen Medienanforderungen genügen. Für andere Anwendungen stehen z.B. FDA-konforme Schläuche aus PVC-P zur Verfügung, die den Regelwerken entsprechen, also geschmack- und geruchlos wie auch physiologisch unbedenklich sind, jedoch zur Förderung von fetthaltigen Nahrungsmitteln nicht geeignet sind.

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