English China

Ebolavirus Experten sehen für deutsche Bevölkerung nur geringes Ebola-Risiko

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Öffentliche Stellen sprechen derzeit von 671 Ebolaverdachtsfällen in der DR Kongo. Obwohl die Weltgesundheitsorganisation von deutlich mehr Fällen ausgeht, sehen deutsche Experten derzeit kein großes Risiko vor einer flächendeckenden Infektion mit dem Virus in Deutschland.

Kolorierte Transmissionselektronenmikroskopaufnahme eines Ebola-Viruspartikels.(Bild:  CDC/Frederick A. Murphy)
Kolorierte Transmissionselektronenmikroskopaufnahme eines Ebola-Viruspartikels.
(Bild: CDC/Frederick A. Murphy)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den derzeitigen Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik (DR) Kongo und Uganda zu einer „gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite“ erklärt. Auslöser ist das seltene Bundibugyo-Virus aus der Gattung Ebolavirus, gegen das bislang weder ein zugelassener Impfstoff noch eine spezifische Therapie verfügbar ist. Internationale Gesundheitsbehörden beobachten die Lage mit großer Aufmerksamkeit. Nach Einschätzung des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sowie des Robert Koch-Instituts (RKI) besteht für die Bevölkerung in Deutschland derzeit nur ein sehr geringes Risiko.

Laut Angaben der WHO wurden die ersten Fälle in der Provinz Ituri im Osten der Demokratischen Republik Kongo bestätigt. Inzwischen gibt es auch in Uganda Fälle, die mit Reisen aus dem betroffenen Gebiet in Verbindung stehen. Derzeit konzentriert sich die Eindämmung des Ausbruchs auf schnelle Diagnostik, Kontaktverfolgung, Isolierung infizierter Personen sowie den Schutz von Gesundheitspersonal.

Ansteckung nur über direkten Kontakt

Nach Einschätzung des RKI und des ECDC erfolgt eine Übertragung des Ebola-Virus ausschließlich durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Personen oder mit kontaminierten Materialien. Eine Übertragung über die Luft findet nicht statt. Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung in Europa wird daher derzeit als sehr gering eingestuft.

Bis zum 19. Mai gab es laut dem DZIF-Wissenschaftler Prof. César Muñoz-Fontela vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin 536 Verdachtsfälle, 34 bestätigte Fälle und 134 Todesfälle. Der Ausbruch betrifft Konfliktgebiete in DR Kongo, insbesondere in den Provinzen Ituri und Goma, mit mindestens drei Epizentren: Mongwalu, Rwampara und Bunia. In diesen Regionen herrschen bewaffnete Konflikte. Diese können zu vermehrten Bevölkerungsbewegungen führen und somit auch die Kontaktverfolgung erschweren. Auch Gesundheitsorganisationen und -maßnahmen erreichen die Bevölkerung nur schwer. Diese Faktoren könnten laut Muñoz-Fontela die Epidemie verstärken.

Das Fehlen eines lizenzierten Impfstoffs und spezifischer Therapien sowie die begrenzte Verfügbarkeit von spezifischen Diagnostiktests gegen das Bundibugyo-Virus erschweren die Eindämmung des Ausbruchs erheblich.

Prof. Stephan Becker von der Philipps-Universität Marburg, stellvertretender Koordinator des DZIF-Forschungsbereichs Neu auftretende Infektionskrankheiten

Internationale Zusammenarbeit als entscheidenden Faktor

Auch die internationale Zusammenarbeit sei entscheidend, betonen die DZIF-Forschenden. „Ausbruchsgebiete verfügen häufig über eine begrenzte Gesundheitsinfrastruktur und sind zusätzlich von Konflikten und klimatischen Belastungen betroffen“, so die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des DZIF, Prof. Marylyn Addo vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. „Um eine globale Ausbreitung zu verhindern, müssen Ausbrüche früh erkannt und konsequent eingedämmt werden.“

Gleichzeitig sehen die Experten des DZIF den aktuellen Ausbruch als Warnsignal für die globale Gesundheitsvorsorge. „Die internationale Epidemievorsorge hat sich in den vergangenen Jahren verbessert, bleibt aber vielerorts unzureichend finanziert und politisch fragil“, fügt Becker hinzu. „Notwendig sind langfristige Investitionen in Überwachungssysteme, Diagnostik, Impfstoffentwicklung und lokale Gesundheitsstrukturen.“

Die WHO, das ECDC und nationale Gesundheitsbehörden beobachten die Entwicklung weiterhin eng. Frühere Ebola-Ausbrüche in der Region konnten letztlich durch internationale Kooperation und konsequente Eindämmungsmaßnahmen unter Kontrolle gebracht werden.

(ID:50851402)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung