Change Management Zehn Tipps zur Unternehmensführung in Krisenzeiten
In wirtschaftlich schlechten Zeiten zeigt sich, wer eine gute Führungskraft ist und wer nicht. Denn dann muss sie im Kontakt mit ihren Mitarbeitern ihr ganzes Können beweisen. Nachfolgend nennt der erfahrene Unternehmensberater Dr. Georg Kraus zehn Verhaltensregeln.
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Einer Umfrage durch Roland Berger unter 130 Führungskräften hat ergeben, dass 66% der Manager länger als ein Jahr brauchen, bevor sie anfangen zu handeln. „Dies ist definitiv zu lang“, konstatiert Dr. Georg Kraus, „die Gründe mögen vielfältig sein. Es ist die Angst, in der Öffentlichkeit Probleme des Unternehmens zugeben zu müssen, es sind persönliche Schwächen, Probleme nicht sehen zu wollen, zu verdrängen oder es ist Grundoptimismus („es wird schon wieder besser werden“).
Die Konsequenz ist immer die Gleiche: Der Turnaround beginnt mit Verzögerung und wertvolle (manchmal überlebenswichtige) Zeit verstreicht. Konkursverwalter bestätigen immer wieder, dass der Sanierungskurs erfolgreich verlaufen wäre, hätte der Unternehmer nur ein paar Monate früher die Weichen gestellt.“
Dr. Georg Kraus ist geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensberatung Dr. Kraus & Partner, für die fast 50 Trainer, Berater und Coachs arbeiten. Der diplomierte Wirtschaftsingenieur hat diverse Zusatzausbildungen absolviert und ist seit 1994 Lehrbeauftragter an der Universität Karlsruhe, dem Institut d‘Administration des Entreprises (IAE) in der südfranzösischen Universitätsstadt Aix-en-provence und der Technischen Universität Clausthal.
Mit diesen zehn Tipps wendet sich Kraus an Führungskräfte auf allen Etagen der Unternehmen.
Tipp 1: Das Gespräch suchen
Ihre Mitarbeiter sind nicht dumm. Sie spüren schnell, wenn es im Dachstuhl des Unternehmens zu brennen anfängt. Sei es, weil das Arbeitsvolumen sinkt, die Chefs zusehends nervöser werden oder freiwillige Arbeitgeberleistungen infrage gestellt werden. Informieren Sie Ihre Mitarbeiter deshalb früh darüber, wenn Ihre Firma in der Krise steckt. Denn nur dann können Sie diese als Mitstreiter beim Bewältigen der Krise gewinnen.
Tipp 2: Mögliche Folgen aufzeigen
Informieren Sie Ihre Mitarbeiter offen über die möglichen Auswirkungen der Krise - auch für sie persönlich (soweit möglich). Denn nichts verunsichert Mitarbeiter so sehr, wie wenn sie nicht einschätzen können: Ist das Feuer ein Strohfeuer? Ist es auf den Dachstuhl begrenzt oder wird es auch auf andere Teile des Hauses übergreifen? Hat es auch Auswirkungen auf meine Arbeitssituation? Dann beginnt die Gerüchteküche zu brodeln, und das Feuer wird - in den Köpfen der Mitarbeiter - stets größer, sodass jeden das Bedürfnis zu fliehen überkommt. Informieren Sie die Mitarbeiter aber auch darüber: Welche Maßnahmen werden/wurden von Ihnen beziehungsweise der Unternehmensleitung ergriffen, um das Feuer zu löschen oder einzudämmen?
Tipp 3: Ehrlich bleiben
Malen Sie die Situation nicht rosarot, um die Mitarbeiter zu beruhigen - auch wenn Sie dies gerne tun würden. Denn Ihre Mitarbeiter haben ein Recht darauf zu erfahren, wie sicher zum Beispiel ihre Arbeitsplätze sind. Entwerfen Sie aber auch keine unbegründeten Horrorszenarien, um den Mitarbeitern zum Beispiel gewünschte Zugeständnisse abzuringen. Denn beides zerstört letztlich das Vertrauen, das Ihre Mitarbeiter in Sie haben.
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