Zellsensor der Narbenbildung (Wissenschaftsbild des Tages)
Stentor coeruleus wird etwa einen Millimeter lang und hat wegen seiner trompetenartigen Form den Spitznamen Schnabeltier der Mikroorganismen erhalten. In einem Laborversuch zeigte der einzellige Organismus eine auffällige Verhaltensweise.
Als Assistenzprofessor Syun Echigoya von der Hokkaido University Haferkörner als Nahrung in eine Kulturschale gab, sammelten sich die Einzeller in den schmalen Spalten. „Dieser Moment ließ uns vermuten, dass sie empfindlich auf die umgebende Geometrie reagieren könnten“, sagt Echigoya. Um das zu testen, entwarf das Forschungsteam winzige Kammern mit verschiedenen geometrischen Formen.
Darin schwammen die Stentor-coeruleus-Zellen zunächst frei umher, bevorzugten langfristig aber Ecken und Furchen. Sie streckten und verformten sich, um sich möglichst weit in diese Ecken hineinzuzwängen, wo sie sich an die Oberfläche anhefteten. „Diese Erkenntnisse deuten darauf hin, dass selbst subtile physikalische Merkmale in natürlichen Umgebungen einen großen Einfluss darauf haben können, wo Mikroorganismen leben und wie sie sich ausbreiten“, erläutert Associate-Professor Yukinori Nishigami.
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Wissenschaftsbild des Tages vom 7.4.2026 (Bild: Laboratory of Physical Ethology, Hokkaido University)

