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Gefahrstoffe

Arbeitsplätze im Labor gefahrstoffgerecht einrichten

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Lagerung von Gefahrstoffen

Gefahrstoffe sind so aufzubewahren oder zu lagern, dass sie den zu erwartenden Beanspruchungen standhalten und keine gefährlichen Reaktionen möglich sind. Sie dürfen die menschliche Gesundheit und die Umwelt nicht gefährden. Je nach Gefahrstoffkategorie und Einsatzort sind passende Lösungen auszuwählen. Das kann die Außenlagerung, die Aufbewahrung in separaten Gefahrstofflagerräumen sowie der Einsatz von Sicherheitsschränken direkt vor Ort sein.

Beim Einsatz von EN-geprüften Sicherheitsschränken direkt vor Ort wird ein gefahrträchtiger längerer Transport gefährlicher Stoffe zum Arbeitsplatz vermieden. Auch sind so die jeweilig benötigten Medien sicher vor Ort untergebracht. Sicherheitsschränke gibt es u.a. zur Lagerung entzündbarer Flüssigkeiten oder Druckgasflaschen. Wenn es brennt bieten sie den Beschäftigten Zeit, sich in Sicherheit zu bringen, Lösch- und andere Rettungsmaßnahmen einzuleiten bevor die eingelagerten Gefahrstoffe entzündet werden. Vor ätzenden Stoffen schützen spezielle Säuren- und Laugenschränke. Die aktuelle EU-Norm (EN 14470) definiert die Anforderungen hinsichtlich Konstruktion und Feuerwiderstandsfähigkeit für Sicherheitsschränke zur Lagerung entzündbarer Flüssigkeiten und Druckgasen in Arbeitsräumen. Die wesentlichen hier festgelegten Merkmale eines Sicherheitsschrankes sind der Brandschutz durch selbstschließende Türen, die Möglichkeit zur technischen Entlüftung (inkl. zu verwendender Brandschutzventile) sowie integrierte Auffangwannensysteme.

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Für eine Feuerwiderstandsfähigkeit von 90 min sorgen z.B. Brandschutzplatten im Zusammenspiel mit aufschäumenden Dichtungen, die das Schrankinnere bei Hitzeeinwirkung von außen isolieren. Sollten sie mal offen stehen, so schließen spezielle Sicherheitsschränke ihre Türen bereits bei geringer Hitzeeinwirkung (ab 50 °C) selbsttätig.

Bei der Lagerung von Säuren und Laugen kommt es wiederum auf ganz andere Eigenschaften des Schrankes an. Aufgrund der ätzenden Wirkung müssen Sicherheitsschränke für diese Chemikalien besonders widerstandsfähig sein. Beim Innenkorpus der Schränke wird auf hochbeständige chemikalienresistente Werkstoffplatten gesetzt. Derartige Sicherheitsschränke gibt es sogar für die gleichzeitige Lagerung von Säuren und Laugen mit entzündbaren Flüssigkeiten. Möglich machen dies abgetrennte, separat entlüftete Kammern.

Medienversorgung

Für die ständige Zuführung flüssiger und gasförmiger Stoffe zu den Labortischen und Abzügen sind fest verlegte, auf Dichtheit geprüfte, eindeutig und dauerhaft gekennzeichnete Leitungen vorgeschrieben. Brenngasleitungen, die zu einer oder mehreren nebeneinander liegenden Entnahmestellen führen, müssen sich gesondert absperren lassen. Es wird empfohlen, an sicherer Stelle für alle Medien leicht erreichbare Hauptabsperreinrichtungen und entsprechend der baulichen Gegebenheiten weitere gut gekennzeichnete, leicht zugängliche Notabsperrungen vorzusehen. Bei größeren Entfernungen kann es erforderlich sein, die Notabsperrung von mehreren Stellen aus betätigen zu können.

Armaturen

Um Verwechslungen zu vermeiden, sind die Entnahmestellen und Absperrarmaturen nach der DIN EN 13792 „Farbige Kennzeichnung von Laborarmaturen“ eindeutig zu kennzeichnen. Sicherheit beim Umgang mit gefährlichen Medien bieten nur Armaturen, die sowohl von der Konstruktion als auch bezüglich der Materialien mediengerecht und auf intensive Nutzung ausgelegt sind. Robuste Verschraubungen und weitere hochwertige Verbindungstechniken sorgen zusammen mit speziell ausgewählten und ausgelegten Dichtungen auch bei Gasarmaturen für extreme Dichtigkeit. Weit über der Norm liegende Wanddicken geben zusätzliche Stabilität. Ein elektrostatisches Beschichtungsverfahren sorgt für besonders widerstandsfähige Oberflächen. Passend zum jeweiligen Medium und Einsatzzweck gibt es geeignete Ausführungen und Bauformen, sodass die Armaturen auch bei schwierigsten Einbausituationen leicht und sicher zu bedienen sind. Als Entnahmestelle für Brenngase sind nur Armaturen zulässig, die gegen unbeabsichtigtes Öffnen gesichert sind. Armaturen von Abzügen müssen sich von außerhalb bedienen lassen.

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