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CO2-Emmission Bakterien eröffnen neue Möglichkeiten bei CO2-Fixierung und Synthese

Redakteur: Marion Wiesmann

In Forscherkreisen ist schon länger bekannt, dass bestimmte Bakterien CO2 binden können. An der Eliteuniversität Freiburg entdeckten Wissenschaftler nun einen neuen, effizienteren Stoffwechselweg zur Bindung des Treibhausgases. Indutriepartner des Projektes ist Evonik Industries.

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Freiburg – Nicht nur Pflanzen, sondern auch einige Bakterien können das Treibhausgas CO2 aus der Luft aufnehmen und über ihren Stoffwechsel binden. Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Georg Fuchs von der Eliteuniversität Freiburg hat in Bakterien nun einen neuen Stoffwechselweg entdeckt, der bei dieser biologischen CO2-Fixierung besonders aktiv ist und sich möglicherweise zum Klimaschutz nutzen lässt. Die Ergebnisse wurden inzwischen im Fachmagazin Science veröffentlicht. Unterstützt wurden die Forschungsarbeiten vom Land Nordrhein-Westfalen, von der Europäischen Union und von Evonik Industries als Industriepartner.

Die Ergebnisse könnten einen Beitrag zur Reduktion des Treibhausgases CO2 in der Atmosphäre leisten: „Neben Technologien zur Verringerung des CO2-Ausstoßes ist die biologische Fixierung von CO2 eines der meistversprechenden Forschungsgebiete“, erklärt Dr. Harald Schmidt, Leiter der Forschungseinheit Creavis Technologies & Innovation von Evonik. Durch die biologische Fixierung ließe sich das Treibhausgas nicht nur aus der Atmosphäre entfernen, sondern auch die CO2-Emmission industrieller Prozesse könnte verringert werden.

Neue Möglichkeiten in der Synthese

Aus Sicht des Chemikers bieten die Ergebnisse aus Freiburg jedoch noch einen zweiten interessanten Ansatzpunkt: Derartige Stoffwechselwege eröffnen neue Möglichkeiten in der Synthese, entweder um chemische Herstellungsprozesse durch umweltschonendere biotechnologische Prozesse zu ersetzen oder um auf neuen Wegen neue Produkte zu entwickeln. Dieses Ziel verfolgt auch das in Marl angesiedelte Science-to-Business-Center Biotechnologie von Evonik, das unter der Regie der Creavis steht. Seit knapp zwei Jahren arbeitet das Unternehmen hier an der biotechnologischen Herstellung neuer Materialien. „Dabei nutzen wir zunehmend die Stoffwechselwege von Bakterien und Pilzen als eine Art Fabrik in der Zelle“, so Schmidt. „Auf der Suche nach solchen neuen Stoffwechselwegen sind wir bei der Arbeitsgruppe um Prof. Fuchs fündig geworden.“

Das Projekt zeigt, wei sich Industrie und Wissenschaftliche Forschung gegenseitig befruchten kann, denn „unsere Grundlagenforschung an exotischen Bakterien hatte zunächst nur Bedeutung für die Biologie“, wie Fuchs betont. Erst die Zusammenarbeit mit Evonik habe gezeigt, wie man die Stoffwechselwege für eine umweltfreundliche biologische Synthese von chemischen Bausteinen nutzen kann.

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Hintergrund CO2-Fixierung

In Forscherkreisen ist schon länger bekannt, dass bestimmte Bakterien CO2 binden können. Insgesamt fünf verschiedene Stoffwechselwege haben Wissenschaftler in Bakterien und Pflanzen identifiziert. In Pflanzen ist für die biologische CO2-Fixierung ein Schlüsselenzym verantwortlich – die Ribulose-Bisphosphat-Carboxylase-Oxygenase. Dieses Enzym ist jedoch im Stoffwechsel an weiteren Umsetzungen beteiligt, so dass die Effizienz der CO2-Fixierung verringert wird. Der neue Stoffwechselweg, den die Freiburger Forscher entdeckt haben, ist dagegen effizienter.

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