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F&E-Aktivitäten

BASF will Forschung weiter beschleunigen

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Basis der Innovationskraft von BASF ist das globale Team aus hochqualifizierten Mitarbeitern unterschiedlicher Fachrichtungen: Im Jahr 2015 waren weltweit rund 10 000 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung beschäftigt. Die zentralen Forschungsbereiche Process Research & Chemical Engineering, Advanced Materials & Systems Research und Bioscience Research agieren als global aufgestellte Plattformen mit Sitz in den wichtigen Regionen Europa, Asien-Pazifik und Nordamerika. Zusammen mit den Entwicklungseinheiten der Unternehmensbereiche bilden sie den Kern des weltweiten Wissensverbunds. Mit rund 4900 Mitarbeitern in Forschung und Entwicklung bleibt Ludwigshafen (mit Limburgerhof) der größte Standort dieses Forschungsverbunds. Dies unterstreicht die Investition in ein neues Forschungsgebäude, das für rund 200 Mitarbeiter des Forschungsbereichs Advanced Materials & Systems Research moderne Arbeitsplatze und ideale Bedingungen zur Zusammenarbeit schafft.

Auf der Forschungspressekonferenz präsentierten BASF-Experten aktuelle Projekte aus jeder der drei globalen Forschungsplattformen.

Katalysatoren: Mehrwert für Abgasreinigung und Raffinerien

Für die Forschungsplattform Process Research & Chemical Engineering lag der Fokus auf Spezial-Zeolithen wie dem von BASF hergestellten Kupfer-Chabasit. Diese spielen eine Schlüsselrolle in Abgaskatalysatoren für Dieselmotoren, denn sie reinigen den Abgasstrom besonders effizient von schädlichen Stickoxiden. Aufgrund zunehmend strenger werdender Abgasvorschriften steigt die Nachfrage nach modernen Katalysatorsystemen für Fahrzeuge stetig an. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, arbeiten Forscher der BASF fortwährend an der Entwicklung der nächsten Generation von Spezial-Zeolithen. Mithilfe ausgetüftelter Rohstoffe und Verfahren können sie die Größe der Hohlräume so einstellen, dass einheitlichere Partikel entstehen. Eine weitere von BASF entwickelte Katalysator-Technologie (BoroCatTM), die auf dem Halbmetall Bor basiert, ermöglicht es Raffinerien, aus Rohöl größere Mengen hochwertiger Produkte wie Benzin, Diesel und andere Treibstoffe zu gewinnen. Bei der Weiterverarbeitung stellt das im Rohöl enthaltene Nickel eine besondere Herausforderung dar, da es die Bildung der unerwünschten Nebenprodukte Koks und Wasserstoff stark erhöht. Der neue BoroCat FCC-Katalysator (Fluid Catalytic Cracking) mit optimierter Porenstruktur fängt Nickel im Prozess ab und verhindert so unerwünschte chemische Reaktionen.

Weiße Biotechnologie: Hitzestabiles Enzym für Tierernährung

Für die Forschungsplattform Bioscience Research stand die von BASF-Forschern entwickelte verbesserte Phytase (Natuphos E) für die Tierernährung im Vordergrund. Phytase ist ein Enzym, das Tieren hilft, das in Pflanzen gebundene Phosphat besser zu verwerten. Allerdings sind viele Enzyme temperaturempfindlich und können durch die höheren Temperaturen bei der Herstellung von Tierfutter (Pelletierung) zerstört und damit unwirksam werden. Um eine effektive und gleichzeitig hitzestabile Phytase zu entwickeln, haben BASF-Forscher zahlreiche verschiedene in Bakterien vorkommende Phytasen untersucht und daraus mithilfe biotechnologischer Methoden eine möglichst optimale Variante entwickelt. Anschließend wurde diese weiter verbessert und für die Fermentation (biotechnologische Herstellung) des Enzyms ein geeigneter Produktionsstamm auf Basis des Pilzes Aspergillus niger entwickelt. Die neue Phytase wurde bereits in einigen Ländern in Asien und Südamerika sowie den USA eingeführt. Die Zulassung für Europa wird für 2016 erwartet.

Kunststoffe: Geräusche und Vibrationen erfolgreich minimieren

Für die Forschungsplattform Advanced Materials & Systems Research stand das Thema „Noise, Vibration and Harshness“ auf dem Programm, bei dem BASF-Experten an Möglichkeiten forschen, durch Material- und Bauteildesign die Beeinträchtigung durch Geräusche und Vibrationen zu minimieren. Ein interdisziplinäres BASF-Team aus Chemikern, Physikern und Ingenieuren verbessert verschiedene Polymer-Lösungen, mit denen Schwingungen vom fühlbaren bis hörbaren Bereich, also von 1 Hertz bis 20 000 Hertz, optimiert werden können. Durch Unterstützung von Computersimulationen kann je nach Frequenzbereich und Anforderung das Design von Bauteilen verändert beziehungsweise die Molekül- oder Schaumstruktur der verwendeten Materialien (Polyamide, Polyurethane, Melaminharzschäume) angepasst werden.

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