Bauanleitung im Gehirn (Wissenschaftsbild des Tages)
Weltweit untersuchen Forscher, welche Faktoren die effiziente Ausbreitung von MPox-Viren zwischen Menschen begünstigen könnten.
Ein Team um Prof. Denisa Bojkova von der Goethe-Universität und der Universitätsmedizin Frankfurt hat jetzt herausgefunden, dass Samenflüssigkeit die Infektion von Hautzellen mit dem MPox-Virus erleichtern kann. Dazu infizierten die Forschenden Bindegewebszellen (Fibroblasten) und Oberhautzellen (Keratinozyten) mit MPox-Viren. Waren die Viren zuvor mit Samenflüssigkeit vermischt worden, förderte dies die Aufnahme des Erregers in die Zellen.
Eine Analyse der Samenflüssigkeit zeigte, dass dafür bestimmte, natürlich vorkommende Eiweißbruchstücke in der Samenflüssigkeit verantwortlich sind, die Fasern bilden und dadurch dem MPox-Virus das Andocken an menschliche Zellen erleichtern.
„Unsere Ergebnisse liefern eine Erklärung dafür, warum sexuelle Kontakte ein besonders hohes Übertragungsrisiko bergen“, sagt die Doktorandin Emma Torbica, die die Experimente durchgeführt hat.
Im Bild zu sehen: Bindegewebszellen (Fibroblasten, zu sehen sind die blauen Zellkerne) in einer Zellkultur. Sie wurden nach einem Tag fast alle durch MPox-Viren infiziert, wenn die Viren zuvor mit Samenflüssigkeit versetzt worden waren.
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Wissenschaftsbild des Tages vom 10.9.2026 (Bild: Torbica et al., Emerging Microbes & Infections (2026))

