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Neues Berlin Battery Lab
Berliner Booster für die Batterieforschung

Das Gespräch führte Dr. Ilka Ottleben 4 min Lesedauer

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In unserer Hauptstadt werden künftig drei Forschungseinrichtungen ihre Kompetenzen auf dem Gebiet der Natrium-Batterie-Technologie bündeln. Ziel ist es, Innovationen und Forschungsergebnisse zügig in die Anwendung zu bringen. Einer der Koordinatoren hat mit uns über den Stand der Umsetzung und geplante Projekte gesprochen.

Dr.-Ing. Björn Mieller Björn Mieller forscht er an der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) an technischer Keramik und Funktionskeramik.(Bild:  BBL)
Dr.-Ing. Björn Mieller Björn Mieller forscht er an der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) an technischer Keramik und Funktionskeramik.
(Bild: BBL)

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) und die Humboldt-Universität zu Berlin (HU Berlin) planen ein gemeinsames Berlin Battery Lab (BBL). Herr Dr. Mieller, wie kam es zu diesem Zusammenschluss, und welche Stärken bringen die drei Partnerinstitutionen mit ein?

Dr.-Ing. Björn Mieller: Der Zusammenschluss ergibt sich für uns folgerichtig aus den individuellen Forschungsaktivitäten der drei beteiligten Einrichtungen. Bei BAM, HU Berlin und HZB wird seit Jahren erfolgreich an jeweils unterschiedlichen Aspekten von Batterien geforscht. Wir als BAM bringen Kompetenzen bei der Entwicklung neuartiger Anodenmaterialien und der Analytik von Batteriematerialien ein und bearbeiten Sicherheitsfragen wie die Brennbarkeit und Transportsicherheit von Batterien. Im Kontext unserer hoheitlichen Aufgaben nehmen wir zudem Aspekte der Standardisierung und Regelsetzung in den Blick. Insbesondere die letztgenannten Punkte sind der Schlüssel für Planbarkeit in der Industrie und bereiten den Weg für eine zügige Markteinführung von Innovationen. An der HU Berlin wird u. a. sehr erfolgreich an Kathodenmaterialien für Natrium-Ionen-Batterien geforscht. Das HZB nutzt seine hervorragende Infrastruktur, insbesondere die Großforschungsanlage BESSY II (Elektronenspeicherring), um Batteriematerialien, Grenzflächen und Zellen zu analysieren. Zudem betreibt das HZB bereits ein Labor zur Herstellung von Pouchzellen in Lithium-Schwefel-Technologie, also anwendungsnahen, flachen Batteriezelldesigns, die beispielsweise in Smartphones verwendet werden.