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Lernen im Schlaf Besser Erinnern mit Duftstäbchen

| Redakteur: Christian Lüttmann

Schlaf ist wichtig, um zu lernen. Während unser Bewusstsein ruht, verarbeitet das Gehirn die Eindrücke des Tages und festigt das Gelernte im Langzeitgedächtnis. Noch besser funktioniert das, wenn es im beim Lernen und im Schlafzimmer gut riecht – das bestätigt eine Arbeit von Freiburger Forschern.

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Ein spezieller Duft beim Lernen kann helfen, das Gelernte besser zu behalten (Symbolbild).
Ein spezieller Duft beim Lernen kann helfen, das Gelernte besser zu behalten (Symbolbild).
(Bild: gemeinfrei, monicore / Pixabay)

Freiburg – Müheloses Lernen im Schlaf ist der Traum eines jeden Menschen. Dass Gerüche den Lernerfolg erhöhen, wenn sie während des Lernens und später erneut während des Schlafs präsentiert werden, wurde erstmals vor einigen Jahren in aufwändigen Studien im Schlaflabor nachgewiesen. Nun haben Forscher des Universitätsklinikums Freiburg, des Freiburger Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) und der Fakultät für Biologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg gezeigt, dass dieser Effekt sehr einfach erzielt werden kann.

Rosenduft beim Lernen und Schlafen

Für das Experiment der Freiburger Forscher lernten 54 Schüler zweier Schulklassen Englischvokabeln. Die jungen Probanden wurden gebeten, Duftstäbchen mit Rosenduft während des Lernens zu Hause auf den Schreibtisch und nachts auf den Nachttisch neben das Bett zu legen. In einem weiteren Experiment legten sie die Duftstäbchen zusätzlich während eines Vokabeltests in der Schule neben sich auf den Tisch. Am nächsten Tag folgte ein Englischtest. Verglichen wurden die Ergebnisse mit Testergebnissen, bei denen während einer oder mehrerer Phasen keine Duftstäbchen verwendet wurden.

Und tatsächlich zeigten die Ergebnisse der Vokabeltests einen Trend: Mit Duftreiz erinnerten sich die Schüler deutlich besser an die Vokabeln. So machte die Schülergruppe, die beim Lernen, Schlafen und der Abfrage der Vokabeln Rosenduft wahrnahm, nur etwa halb so viele Fehler im Test wie die Kontrollgruppe. „Wir konnten zeigen, dass der unterstützende Effekt von Duftstoffen im Alltag sehr zuverlässig funktioniert und gezielt genutzt werden kann“, sagt Studienleiter Dr. Jürgen Kornmeier vom Universitätsklinikum Freiburg.

Einfach besser lernen

Dass gezielt verwendete Düfte den Lernerfolg steigern, war bereits aus anderen Studien bekannt. Diese waren aber stets davon ausgegangen, dass der Duft nur während einer besonders sensiblen Schlafphase vorhanden sein darf. Da diese Schlafphase aber nur durch eine aufwändige Messung der Hirnaktivität mittels Elektroenzephalogramm (EEG) im Schlaflabor ermittelt werden kann, war die Erkenntnis bisher nicht alltagstauglich.

Die Ergebnisse der aktuellen Arbeit weisen nun darauf hin, dass der Duft auch positiv auf den Lernerfolg wirkt, wenn er die ganze Nacht über vorhanden ist. Somit könne man einen praktischen Nutzen daraus ziehen, wie Kornmeier sagt. „Unsere Studie zeigt, dass wir uns das Lernen im Schlaf erleichtern können. Und wer hätte gedacht, dass unsere Nase dabei wesentlich helfen kann.“

Originalpublikation: Franziska Neumann, Vitus Oberhauser & Jürgen Kornmeier : How odor cues help to optimize learning during sleep in a real life-setting, Scientific Reports volume 10, Article number: 1227 (2020); DOI: 10.1038/s41598-020-57613-7

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