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Dried-Blood-Spot-Analyse

Blutparameter mit Dried-Blood-Spot-Analyse bestimmen

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Automatisierung der Dried-Blood-Spot-Analyse erhöht Probendurchsatz

Vereinfacht dargestellt, beschreibt Dr. Lerch, funktioniere die auf dem Gerstel-Multi-Purpose-Sampler (MPS) basierende und an ein LC-MS/MS-System gekoppelte DBS-Gesamtlösung wie folgt: Zunächst transportiert der MPS eine DBS-Karte zu einer Kamera. Eine integrierte Bilderkennungssoftware detektiert die Lage und bewertet die Qualität des getrockneten Blutstropfens (Dried Blood Spot). Die Karte wird sodann in das Desorptionsinterface gespannt. Ein geeignetes Lösemittel durchströmt die durch das Desorptionsinterface definierte Fläche des Blusttropfens (partielle oder komplette Beprobung) und desorbiert die Analyten. Auf Wunsch lässt sich dem Desorptionslösemittel ein interner Standard zudosieren. Weiter aufreinigen lasse sich das resultierende Eluat im Übrigen online etwa über eine automatisch wechselbare Festphasen-Kartusche (SPE) unter Anwendung eines speziellen SPE-Moduls (SPEXOS): „Verglichen mit der klassischen SPE arbeitet SPEXOS mit deutlich kleineren Kartuschen mit einer Sorbensmenge von nur etwa 15 mg, wodurch eine Miniaturisierung des Prozesses möglich ist“, erklärt Dr. Lerch. Deutlich weniger Probe werde benötigt, weniger Lösemittel werde verbraucht und auch das Elutionsvolumen sei geringer.

Nach dem Transfer der Analyten in das LC-System wird die DBS-Karte freigegeben, die Leitungen werden gespült und zur Kontrolle wird ein Foto der Karte nach dem Desorptionsschritt angefertigt. Dr. Lerch: „Da das Gesamtsystem direkt an die LC-Anlage gekoppelt ist, „werden die Analyten aus dem desorbierten Bereich vollständig auf die LC-Säule überführt, was für sehr gute Nachweisgrenzen sorgt.“ Wie gut die Resultate sind, zeige die praktische Anwendung des MPS-DBS-SPEXOS-LC/MS-Systems bei der Bestimmung einiger forensisch-toxikologisch relevanter Analyten, darunter 6-Monoacetylmorphin, Morphin, Codein, Dihydrocodein, Cocain, Methadon, Benzoylecgonin und 7-Aminoflunitrazepam, erklärt Dr. Lerch.

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Untersucht wurde mit diesen Substanzen dotiertes Schweineblut, vom dem je 20 µL auf DBS-Karten pipettiert wurden. Die Blutstropfen wurden im DBS-Autosampler mit einer wässrigen Acetonitril/Ameisensäure-Lösung in einem Bereich von 6 mm Durchmesser von der Karte desorbiert. Die Aufreinigung fand auf einer Mixed-Mode-Kationentauscher-Kartusche im SPEXOS-Modul statt. Die Analyten wurden schließlich mit einem Lösemittelgemisch von Methanol/Wasser/Ammoniak eluiert und vor dem Eintritt in die LC-Säule mittels einer wässrigen Ameisensäure verdünnt und neutralisiert. Die Detektion erfolgte mittels eines Triple-Quadrupol-Massenspektrometers.

Dr. Lerch: „Auf die Säule gelangten die Analyten in einer absoluten Menge von 4 bis 120 pg für den kleinsten Kalibrator, unter der Annahme eines Probevolumens von 16 µL.“ Alles in allem habe die Untersuchung für die Analyten einen für forensisch-toxikologische Messungen adäquaten linearen Messbereich bei einer durchschnittlichen relativen Standardabweichung von rund acht Prozent ergeben. Derzeit laufen Projekte mit einem MPS-DBS-SPEXOS-LC/MS-System im Bereich der Dopinganalytik, berichtet der Applikationsexperte.

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* G. Deußing: Redaktionsbüro Guido Deußing, 41464 Neuss

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