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Oxford Economics Studie

Chemiestandort Deutschland verliert laut Studie an Wettbewerbsfähigkeit

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Die Studie belegt, dass zu hohe Energiepreise die Wettbewerbsfähigkeit eines Chemiestandorts stark negativ beeinflussen und zu sinkenden Exportmarktanteilen führen. Bezugnehmend auf diese Ergebnisse richtete der VCI-Präsident eine Botschaft an diejenigen, die in der politischen Diskussion immer wieder behaupten, dass hohe Energiepreise zu mehr Innovationen führen und letztlich sogar gut für den Standort seien: „Stark steigende Energiepreise ohne Verlust an Wettbewerbsfähigkeit sind ein Mythos, von dem wir uns endlich verabschieden müssen“, betonte Kley. „Ein Blick über den Atlantik zeigt, wie man im Gegenzug mit günstigen Energiepreisen Wettbewerbsfähigkeit gewinnt.“

Forschung wirkt sich positiv auf Wettbewerbsfähigkeit aus

Eine hohe Forschungsintensität wirkt sich langfristig positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit und den Anteil am globalen Chemieexportmarkt aus, so die Studie. „Wir müssen schlicht besser sein als andere“, zog Kley als Schlussfolgerung. Daher habe die deutsche Chemieindustrie ihre jährlichen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung seit 2009 auch um gut 2,5 Milliarden auf 10,5 Milliarden Euro gesteigert.

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Neue Erkenntnisse aus der Forschung müssten aber auch in innovative Produkte umsetzbar sein. „Technologieoffenheit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagte Kley und betonte gleichzeitig: „Auch die Industrie hat hier eine Bringschuld. Wir müssen den Menschen besser erklären, welche Vorteile sie persönlich und die Gesellschaft von neuen Technologien haben.“

Auch Investitionen hat Oxford Economics als wichtigen Einflussfaktor auf die Wettbewerbsfähigkeit identifiziert. „Dass am Chemiestandort Deutschland seit Jahren kaum noch über die Abschreibungen hinaus investiert wird, ist ein alarmierendes Signal“, erklärte Kley. Besonders, da gleichzeitig in anderen Teilen der Welt massiv investiert werde.

Die Studie von Oxford Economics zeigt, welche Hebel die größte Wirkung auf die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit eines Chemiestandortes haben. „Deutschland braucht bezahlbare Energie und die besseren Ideen, um dauerhaft erfolgreich zu sein“, sagte Kley. Weichen für bessere politische Rahmenbedingungen für die Unternehmen ließen sich vor allem auf drei Feldern stellen: Durch die Senkung der staatlich verursachten Energiekosten, den Verzicht auf eine überambitionierte Vorreiterrolle im Klimaschutz sowie die Stärkung der Forschungsintensität und damit der Innovationsfähigkeit der Unternehmen am Chemiestandort Deutschland.

Wettbewerbsfähigkeit des Chemiestandorts kein Selbstzweck

„Wir stehen als Chemie im Zentrum des deutschen Industrienetzwerkes, einem zentralen Erfolgsfaktor des Industrielandes Deutschland“, betonte Kley. „Daran hängen Arbeitsplätze und Wohlstand.“ Wanderten nennenswerte Teile der Chemieindustrie aus Deutschland ab, bestehe die Gefahr, dass Wertschöpfungsketten reißen. Dann sei das deutsche Industrienetzwerk insgesamt gefährdet. „Wir wollen daher den Dialog mit der Politik über einen gemeinsamen Rahmen zur Weiterentwicklung der Wettbewerbsfähigkeit des Industrielandes Deutschland fortsetzen – wie es gute Tradition in unserer Industrie ist“, schloss Kley.

Die Studie können Sie im Download-Bereich „Die Wettbewerbsfähigkeit des Chemiestandorts Deutschland im internationalen Vergleich: Rückblick und Zukunftsperspektiven“ des VCI bequem herunterladen. Sowohl eine Printversion als auch eine englische Version finden Sie zudem am Ende der Webseite.

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