Das sind die Proteinquellen der Zukunft
Neuer, zellkulturbasierter Fleischersatz – auch Laborfleisch oder Kulturfleisch bzw. „cultured meat“ genannt – stellt eine in Europa bisher noch wenig erforschte alternative Proteinquelle in der Tierhaltung und Lebensmittelerzeugung dar. Bislang ist die Alternative daher für die Lebensmittelproduktion in der EU noch nicht zugelassen.
Die Fleischersatzbestandteile werden im Labor aus gezüchteten Stammzellkulturen hergestellt. Hierbei wird einem Tier (z. B. Rind, Schwein oder Huhn) zunächst Muskelgewebe entnommen. Aus diesem Gewebe werden Stammzellen gewonnen und mit einem Nährmedium in einem Bioreaktor vermehrt. Dabei durchlaufen die Zellen verschiedene Stadien und bilden Muskelfasern. Über ein Trägergerüst, meist aus tierischem Kollagen, wachsen die Zellen zu einer größeren Masse zusammen.
Dabei ist dies schon lange keine Zukunftsmusik mehr, denn in Singapur ist zellkulturbasierter Fleischersatz beispielsweise als Hähnchenfleisch bereits im Handel erhältlich. In den USA und in Israel gibt es erste Zulassungen für den Lebensmittelbereich, aber bislang sind noch keine Produkte im Handel. Und auch in der Europäischen Union wurde der erste Antrag auf Zulassung von Zellkulturfleisch aus Entenzellen eingereicht.
Lesetipp: Wenn die Kuh eines Tages ihren eigenen Burger erlebt (Bild: © tilialucida - stock.adobe.com)

