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Wie Schwarze Witwen ihre Männchen anlocken Der tödliche Käsefuß-Geruch von Spinnen

Quelle: Pressemitteilung Universität Greifswald 1 min Lesedauer

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Mit einem komplexen Zusammenspiel von Geschmacks- und Geruchsstoffen locken Schwarze Witwen strategisch ihre Partner an. Der markante Geruch erinnert uns Menschen dabei an Käsesocken. Ein Duft, der für die Männchen nach der Paarung den Tod bedeutet.

Eine weibliche Schwarze Witwe (Latrodectus hesperus) auf ihrem Netz. Das Paarungsverhalten der Schwarzen Witwe ist berüchtigt, da die Weibchen häufig ihre männlichen Partner nach der Paarung töten und verzehren – ein Verhalten, das als sexuelle Kannibalisierung bekannt ist und das Weibchen mit zusätzlichen Nährstoffen versorgen soll. (Bild:  Andreas Fischer)
Eine weibliche Schwarze Witwe (Latrodectus hesperus) auf ihrem Netz. Das Paarungsverhalten der Schwarzen Witwe ist berüchtigt, da die Weibchen häufig ihre männlichen Partner nach der Paarung töten und verzehren – ein Verhalten, das als sexuelle Kannibalisierung bekannt ist und das Weibchen mit zusätzlichen Nährstoffen versorgen soll.
(Bild: Andreas Fischer)

Anders als viele Insekten, die ihre Pheromone nur zu bestimmten Zeiten abgeben, nutzen die Witwenspinnenweibchen ihr Netz als einen Langzeit-Duftsender. Die Pheromon-Komponenten auf dem Netz haben dabei eine Doppelfunktion: Bei direktem Kontakt lösen sie bei den Männchen ein charakteristisches Werbeverhalten aus. Gleichzeitig zerfallen diese Geschmackstoffe langsam und setzen dabei einen Duftlockstoff frei, der uns Menschen an „Käsesocken“ erinnert.

Ein strategisch aufgebauter Spinnenflirt

Doch Spinnenmännchen finden den Duft höchst anziehend und fühlen sich aus der Distanz angelockt. Erstautor Dr. Andreas Fischer von der Universität Greifswald sagt: „Besonders spannend fand ich an den Ergebnissen, dass die Weibchen die Intensität der Duftsignale an die Jahreszeit anpassen. Sie sind zwar das ganze Jahr attraktiv, doch am meisten, wenn die meisten Männchen auf der Suche nach einer Partnerin sind.“

Im Labor analysierte das Team die Netze der Schwarzen Witwe chemisch und identifizierte die Botenstoffe. Ergänzend führten die Forschenden Verhaltensversuche mit männlichen Spinnen auf speziellen Testapparaturen durch. In Feldexperimenten an einem Strand haben die Forscher belegt, dass der synthetische Duftstoff die Männchen auch in der Natur anlockt. Die monatlichen Messungen einer einjährigen Feldstudie zeigten, dass Weibchen ihre Attraktivität an die Jahreszeiten anpassen. Wahrscheinlich erkennen sie anhand der Tageslänge die bevorstehende Paarungszeit.

„Die Schwarzen Witwen beweisen erstaunliche Raffinesse in der Kommunikation: Mit einem komplexen chemischen Zusammenspiel von Geschmack- und Geruchsstoffen erhöhen die Weibchen ihre Chancen auf eine erfolgreiche Paarung erheblich“, sagt der Biologe Fischer.

Originalpublikation: Fischer, A., Fischer, A.J., Gries, R. et al. Identification and Seasonal Abundance of Web- and Air-Borne Sex Pheromone Components of Western Black Widow Spiders, Latrodectus hesperus. J Chem Ecol 51, 36 (2025).

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