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Spannungsgeladene Probenvorbereitung mit Elektromembranextraktion
Die neue Extraktionstechnik: Welche Vorteile bietet EME gegenüber LLE und SPE?

Ein Gastbeitrag von Dr. Frederik André Hansen, Postdoc, Universität Oslo/Norwegen; Übersetzung: Dr. Annette Dibowski, Geschäftsführerin der dichrom GmbH 9 min Lesedauer

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Die Elektromembranextraktion (EME) ist eine neue Art der Probenvorbereitung. Dieser Artikel stellt das Grundprinzip der EME vor und erläutert die Methodenentwicklung. Anhand eines Beispiels werden Wiederfindung, Wiederholbarkeit, Matrixeffekt und Matrixbereinigung diskutiert und die Vorteile der EME gegenüber der klassischen Flüssig-Flüssig-Extraktion und Festphasenextraktion vorgestellt.

Abb.1: Mit der Elektromembranextraktion lassen sich Analyten für die Flüssigchromatographie aufreinigen. Wir erklären, welche Vorteile sich gegenüber klassischen Extraktionsmethoden ergeben.(Bild:  Dichrom)
Abb.1: Mit der Elektromembranextraktion lassen sich Analyten für die Flüssigchromatographie aufreinigen. Wir erklären, welche Vorteile sich gegenüber klassischen Extraktionsmethoden ergeben.
(Bild: Dichrom)

In analytischen Laboren stellen biologische Proben wie Vollblut, Gewebe oder Urin aufgrund ihrer komplexen Zusammensetzung eine besondere Herausforderung dar. In der Regel besteht Vollblut aus Zellen, Proteinen, Salzen, Lipiden und unzähligen kleinen Molekülmetaboliten – zusammengefasst als die Probenmatrix. Viele dieser Komponenten können mit analytischen Methoden, die oft auf der Chromatographie basieren, interferieren und bis zu einer Milliarde Mal häufiger vorkommen als die Analyten, die gemessen werden sollen. Wie geht man diese Herausforderung an? Die Antwort ist die Probenvorbereitung.

Status Quo: Flüssig-Flüssig- und Festphasenextraktion – nicht immer ideal

Für die Flüssigchromatographie (Liquid Chromatography, LC) werden häufig Störfaktoren wie Proteine durch Fällung entfernt, was manchmal mit der Entfernung von Phospholipiden mithilfe von Sorbentien kombiniert wird. Diese Methode ist einfach, aber die injizierten Proben sind immer noch relativ komplex. Eine alternative Strategie besteht darin, die Zielanalyten aus der Matrix zu extrahieren. In den letzten Jahrzehnten haben sich die Flüssig-Flüssig-Extraktion (Liquid–Liquid Extraction, LLE) und die Festphasenextraktion (Solid-Phase Extraction, SPE) als bevorzugte Techniken für diesen Zweck etabliert.