Dass ein Asteroid für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich war, gilt als weitgehend gesichert. Doch woher stammte er? Diese Frage hat nun ein internationales Forscherteam beantwortet. Es grenzte den Ursprung des zerstörerischen Asteroiden auf einen Bereich im äußeren Sonnensystem ein.
Woher stammte der Asteroid, der das Ende der Dinosaurier besiegelte? Forscher haben den Ursprungsort nun eingegrenzt.
(Bild: ideogram.ai / KI-generiert)
Vor circa 66 Millionen Jahren veränderte eine Katastrophe globalen Ausmaßes das Leben auf der Erde. Nun haben Kölner Geowissenschaftler eine internationale Studie geleitet, um den Ursprung des riesigen Gesteinsbrockens zu ergründen, der einst mit unserem Planeten Kollidierte und das Klima nachhaltig veränderte.
Die Forschenden analysierten dazu Proben aus der Gesteinsschicht, die die Grenze zwischen der Kreidezeit und dem Tertiär markiert. In diese Zeit fällt auch das letzte große Ereignis eines Massenaussterbens auf der Erde, bei dem rund 70 Prozent aller Tierarten ausstarben.
Es ist heute eine weithin anerkannte Theorie, dass das Massensterben an der Kreide-Tertiär Grenze auf den Einschlag eines Asteroiden mit einem Durchmesser von mindestens zehn Kilometer zurückzuführen ist, der nahe Chicxulub auf der Yucatan-Halbinsel in Mexico nieder ging. Beim Auftreffen verdampften der Asteroid und große Mengen an Erdgestein. Feine Staubpartikel verteilten sich bis in die Stratosphäre und verdunkelten das Sonnenlicht. Dies führte zu dramatischen Veränderungen der Lebensbedingungen auf dem Planeten und brachte die photosynthetische Aktivität für mehrere Jahre zum Erliegen.
Die durch den Einschlag freigesetzten Staubpartikel lagerten sich als Sedimentschicht um den ganzen Globus ab. Deshalb kann die Kreide-Tertiär Grenzschicht vielerorts auf der Erde identifiziert und beprobt werden. Sie enthält erhöhte Konzentrationen an Metallen der Platingruppen, die von dem Asteroiden stammen und ansonsten in Gesteinen der Erdkruste äußerst selten sind.
Unterschied zwischen Meteor, Meteoroid und Meteorit
In der Meteor-Astronomie unterscheidet man fünf grundlegende Begriffe:
Meteor: Dies ist kein Gesteinsbrocken selbst, sondern lediglich die Lichterscheinung, die ein solcher Brocken beim Eintritt in die Atmosphäre erzeugt. Ein Meteor kann also durch Meteoriden, Asteroiden, Kometen o.ä. entstehen. Gemeinhin sprechen wir dann auch von einer Sternschnuppe.
Meteoroid: Ein natürlicher Festkörper, der ungefähr zwischen 30 Mikrometer und 1 Meter groß ist und sich durch den interstellaren Raum bewegt.
Staub (interplanetar): Klein zerteilte, feste Materie im interstellaren Raum, deren Partikel kleiner sind als Meteoriden.
Meteorit: Wenn ein Meteoroid beim Eintritt in die Atmosphäre nicht vollständig verglüht, sondern den Boden erreicht, wird er danach als Meteorit bezeichnet.
Meteorischer Rauch: Beim Eintritt von Meteoroiden in die Atmosphäre verdampfen diese ganz oder Teilweise. Wenn dieser Dampf wieder kondensiert, nennt man dies „Meteorischer Rauch“.
Übrigens: Asteroiden sind natürliche interstellare Festkörper, die größer sind als Meteoroiden. Auch Kometen gehören zu den Asteroiden – sie haben aber einen größeren Eis-Anteil und daher oft einen deutlichen Schweif.
Woher stammt der das Schicksal der Dinosaurier besiegelte?
Durch die Untersuchung der Isotopen-Zusammensetzung des Platin-Metalls Ruthenium im Reinstluftlabor des Instituts für Geologie und Mineralogie der Universität zu Köln haben die Forschenden festgestellt, dass der Asteroid ursprünglich aus dem äußeren Sonnensystem stammt. „Die Zusammensetzung des Asteroiden stimmt mit der von kohligen Asteroiden überein, die sich zu Beginn des Sonnensystems außerhalb der Umlaufbahn des Jupiters gebildet haben“, erläutert Dr. Mario Fischer-Gödde, Erstautor der Studie.
Zum Vergleich wurden für die Studie auch die Ruthenium Isotopen-Zusammensetzungen anderer Krater und Einschlagstrukturen verschiedenen Alters auf der Erde bestimmt. Diese Daten zeigen, dass innerhalb der letzten 500 Millionen Jahre fast ausschließlich Fragmente von so genannten Stein-Typ Asteroiden auf der Erde einschlugen. Im Gegensatz zum Einschlag an der Kreide-Tertiär-Grenze stammen diese Asteroiden aus dem inneren Sonnensystem. Weit mehr als 80 Prozent aller auf der Erde auftreffenden Bruchstücke von Asteroiden in Form von Meteoriten stammen aus dem inneren Sonnensystem. Professor Dr. Carsten Münker, Koautor der Studie, fügt hinzu: „Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass der Einschlag eines Asteroiden wie der in Chicxulub ein sehr seltenes und in geologischer Zeit einzigartiges Ereignis darstellt. Dieses Projektil aus den äußeren Bereichen des Sonnensystems hat das Schicksal der Dinosaurier und vieler anderer Arten besiegelt.“
Originalpublikation: Mario Fischer-Gödde, Jonas Tusch, Steven Goderis, Alessandro Bragagni, Tanja Mohr-Westheide, Nils Messling, Bo-Magnus Elfers, Birger Schmitz, Wolf U. Reimold, Wolfgang D. Maier, Philippe Claeys, Christian Koeberl, François L. H. Tissot, Martin Bizzarro and Carsten Münker: Ruthenium isotopes show the Chicxulub impactor was a carbonaceous-type asteroid, Science, 15 Aug 2024, Vol 385, Issue 6710, pp. 752-756; DOI: 10.1126/science.adk4868
Stand: 08.12.2025
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