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Neue Filtertechnik

Doppelschlag gegen hormonbelastetes Trinkwasser

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Bis zu zehnfach geringere Belastung

„Die spezielle Konfiguration aus aktiviertem Kohlenstoff und einer Polymermembran ist wasserabweisend, erlaubt dank der großen spezifischen Oberfläche der eingesetzten Kohlenstoffpartikel einen hohen Wasserdurchfluss und sie arbeitet schnell und energiesparsam“, fasst Schäfer die Vorteile zusammen. Die Adsorptionsschicht ist mit rund zwei Millimetern extrem dünn, sorgt den Forschern zufolge aber für eine Beseitigung von Hormonmolekülen in einer realistischen Größenordnung.

In Laborversuchen hat sich gezeigt, dass mit diesem Verfahren bei einem Inhalt von neun Litern Wasser und einer sehr kleinen Membranfläche von 38 Quadratzentimetern 60 Prozent der hormonellen Schadstoffe eliminiert werden können. Abhängig von der Dicke der Adsorptionsschicht kann dieser Wert auf bis zu 90 Prozent steigen.

Bereit für den Großeinsatz?

„Wir glauben, dass wir eine vielversprechende Technologie entwickelt haben, mit der wir bei der Elimination von hormonellen Mikroschadstoffen aus Wasser einen großen Schritt weiter kommen“, betont Matteo Tagliavini, Doktorand in Schäfers Gruppe und Mitautor der aktuellen Publikation.

Die Kompositmembran ist flexibel und in unterschiedlichen Modulen einsetzbar. Damit eignet sie sich für industrielle Großanlagen ebenso wie für Anwendungen in kleinerem Maßstab bis hin zum häuslichen Wasserhahn. Dass das eingesetzte Material bereits zugelassen ist, erleichtert die Überführung des neuen Verfahrens in die Praxis. Ein erstes Industrieprojekt ist bereits in Planung.

Originalpublikation: Matteo Tagliavini, Andrea I.Schäfer: Removal of steroid micropollutants by polymer-based spherical activated carbon (PBSAC) assisted membrane filtration. Journal of Hazardous Materials, Volume 353, 5 July 2018, Pages 514-521, DOI: 10.1016/j.jhazmat.2018.03.032

* T.-M. Pham-Huu, Karlsruher Institut für Technologie, 76131 Karlsruhe

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