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Länderreport Griechenland

Düstere Aussichten für die Chemieindustrie in Hellas

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Bauwirtschaft und Kfz

Die griechische Bauwirtschaft musste 2011 deutlich kürzer treten. Aufgrund der Kürzungen im öffentlichen Investitionsprogramm wurden zahlreiche Bauprojekte gestoppt. Die geplante Wiederaufnahme der Tätigkeit bei großen Bauvorhaben mit der Finanzierung der Europäischen Investitionsbank könnte zu einer Wiederbelebung des Baugewerbes führen.

Ebenfalls mit kräftigen Nachfrageeinbußen hat der griechische Markt für Kfz und Kfz-Teile zu kämpfen. Mehr als 22 000 PKW wurden bis Ende 2011 abgemeldet, unter anderem wegen der Erhöhung der Kfz-Steuer um 20 Prozent.

Petrochemie

Die Mineralölindustrie ist der große Verlierer unter den Industriesparten. Nach Angaben des Unternehmens Hellenic Petroleum, verzeichnete der Sektor 2011 einen Umsatzeinbruch von 20 Prozent. Aufgrund der massiven Gehaltskürzungen sowie der hohen Steuern verbrauchten die Griechen bis zu 50 Prozent weniger Heizöl. Langjährige Probleme in der Erdölsparte sollen in diesem Jahr gelöst werden.

Das heikle Thema Schwarzhandel sowie die Liberalisierung der Öffnungszeiten der Tankstellen und deren Eröffnung in Einkaufszentren und Supermärkten stehen weit oben auf der Agenda. Die Gefahr, dass die Erdöllieferungen aus Iran aufgrund der Sanktionsmaßnahen eingestellt werden, sorgte darüber hinaus für Unruhe bei den beiden griechischen Raffinerien, die alternative Bezugsquellen ausfindig machen mussten

Für deutsche Unternehmen könnten sich im Rahmen der Ausschreibungen für die Exploration und Nutzung von Kohlenwasserstoffen in bestimmten Regionen Westgriechenlands Chancen ergeben.

Pharmaindustrie

Im griechischen Arzneimittelmarkt führen die staatlich verordneten Umstrukturierungen zu massiven Umsatzrückgängen. Im Jahr 2009 lagen die öffentlichen Ausgaben für Medikamente bei 5,3 Milliarden Euro. Sie sollen 2012, den Anforderungen der Troika (Europäische Kommission, IWF und EZB) folgend, auf rund drei Milliarden Euro gesenkt werden. Geplant ist, den Anteil der Generika 2012 auf 50 Prozent zu erhöhen (2011: 18 Prozent) und die Preise für Generika von 80 Prozent des Preises der Originalmedikamente auf 40 Prozent zu senken.

Kosmetikbranche

Der Markt für Körperpflegemittel in Griechenland bekommt die starke Verunsicherung der griechischen Verbraucher zu spüren, die zu einer merklichen Kaufzurückhaltung führt. Mit einem Umsatzrückgang um bis zu 25 Prozent endete das Jahr 2011 für die Kosmetikbranche. 2010 verzeichnete der Bereich zum ersten Mal ein Umsatzminus von fast 24 Prozent (eine Milliarde Euro). Die Prognosen bleiben auch 2012 negativ.

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