Anbieter zum Thema
Zur Charakterisierung der neuen Komposite werden verschiedene Techniken verwendet, die jeweils die einzelnen Teilprozesse des photorefraktiven Effektes berücksichtigen. Die Absorption wird mittels UV/Vis-Spektroskopie untersucht. Das Absorptionsspektrum in Abbildung 3 macht deutlich, dass Verbundpolymere, die DiPBI enthalten, ein wesentlich stärkeres und breitbandigeres Absorptionsverhalten zeigen. Die Photoleitfähigkeit wird durch Aufnahme des in der Probe generierten Stromes unter homogener Beleuchtung mit einem aufgeweiteten Laserstrahl untersucht. Die ermittelten Daten veranschaulichen, dass die Photoleitfähigkeit durch den Einsatz von DiPBI erheblich gesteigert werden kann. Diese Überlegenheit der DiPBI enthaltenden Komposite ist aber nicht nur für einen bestimmten Sensibilisatoranteil gewährleistet. Vielmehr kann der DiPBI-Anteil sogar so weit reduziert werden, dass die Absorption unter der von PCBM enthaltenden Kompositen liegt und die Photoleitfähigkeit dank DiPBI trotzdem erheblich größer ist [3, 4].
Erhöhte photorefraktive Leistungsfähigkeit
Um die photorefraktiven Eigenschaften der Komposite nachzuweisen und zu bestimmen, wird die als Zweistrahlkopplung bekannte Technik verwendet (s. Info-Kasten). Mit dieser Methode ist es möglich, den Verstärkungskoeffizienten und die Geschwindigkeit des photorefraktiven Effektes zu bestimmen. Der Verstärkungskoeffizient ist ein Maß für die Güte der Kopplung während des Experiments und illustriert, wie groß der Energieübertrag von einem Strahl in den anderen ist. Durch die Verwendung von DiPBI ist es gelungen, den photorefraktiven Effekt etwa 40-mal schneller gegenüber PCBM enthaltenden Kompositen zu machen und somit dem Einsatz der Komposite in Echtzeitanwendungen einen großen Schritt näher zu kommen [3]. Darüber hinaus konnte der Verstärkungskoeffizient verdoppelt werden, wie Abbildung 4 zeigt. Genauere Betrachtungen der Ergebnisse aus beiden Experimenten erlauben Rückschlüsse auf den Mechanismus, der diesen Verbesserungen zugrunde liegt. Durch den Austausch des Sensibilisators werden zum einen mehr Ladungsträger erzeugt, zum anderen geschieht dies auch noch in einer sehr viel kürzeren Zeit. Somit wird auf der einen Seite das Raumladungsfeld schneller aufgebaut und auf der anderen Seite besitzt es auch noch eine größere Amplitude, was den höheren Verstärkungskoeffizienten erklärt.
DiPBI in organischen Solarzellen
Die überragenden Ergebnisse bezüglich der Photoleitfähigkeit, die mittels DiPBI in photorefraktiven Kompositen erzielt werden konnten, können nun auch auf organische Solarzellen mit Bulk-Heterostruktur übertragen werden. Auch in diesem Bereich der organischen Optoelektronik ist PCBM eines der am häufigsten eingesetzten Materialien, woraus sich folgern lässt, dass DiPBI durch seine herausragenden Eigenschaften auch hier zu erheblichen Effizienzsteigerungen beitragen wird. Gerade im Hinblick auf die effiziente Ausnutzung des gesamten Sonnenspektrums gibt es erheblichen Verbesserungsbedarf, da bisher überwiegend Licht im blauen und grünen Spektralbereich genutzt wird. Die Energie des roten und nahinfraroten Bereiches geht hingegen weitgehend ungenutzt verloren. Ein breitbandig absorbierendes Material wie DiPBI, das zudem noch eine hohe Ladungsträgermobilität besitzt, ist daher ein idealer Kandidat für den Einsatz in organischen Solarzellen.
Weitere Informationen zur Forschung der Arbeitsgruppe Denz finden Sie hier.
Literatur
[1] Köber, S.; Salvador, M. & Meerholz, K. “Organic Photorefractive Materials and Applications”, Adv. Mater. 23, 4725-4763, (2011).
[2] Qian, H.; Wang, Z.; Yue, W. & Zhu, D. “Exceptional Coupling of Tetrachloroperylene Bisimide: Combination of Ullmann Reaction and C--H Transformation”, J. Am. Chem. Soc. 129, 10664-10665, (2007).
[3] Ditte, K.; Jiang, W.; Schemme, T.; Denz, C. & Wang, Z. “Innovative Sensitizer DiPBI Outperforms PCBM“, Adv. Mater. 24, 2104-2108, (2012).
[4] Schemme, T.; Travkin, E.; Ditte, K.; Jiang, W.; Wang, Z. & Denz, C. “TPD doped polystyrene as charge transporter in DiPBI sensitized photorefractive composites”, Opt. Mater. Express, 2, 856-863, (2012).
[5] Yeh, P. “Two-Wave Mixing in Nonlinear Media” IEEE J. Quantum. Electron. 25, 97-132, (1989).
[6] Brabec, C. J.; Gowrisanker, S.; Halls, J. J. M.; Laird, D.; Jia, S. & Williams, S. P. ”Polymer–Fullerene Bulk-Heterojunction Solar Cells”, Adv. Mater. 22, 3839-3856, (2010).
Danksagung: Für die Synthese, die Bereitstellung der Perylenbisimid-Derivate und die hervorragende Zusammenarbeit möchten wir uns bei Prof. Dr. Zhaohui Wang und Dr. Wei Jiang vom Institut für Chemie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften bedanken. Weiter bedanken wir uns für die finanzielle Unterstützung im Rahmen des von der DFG geförderten Sonderforschungsbereiches TRR 61 „Multilevel Molecular Assemblies: Structure, Dynamics and Function“.
* *T. Schemme, K. Ditte, Prof. Dr. C. Denz: Institut für Angewandte Physik, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, E-Mail: t.schemme@uni-muenster.de
(ID:33533760)

