Anbieter zum Thema
Bedeutung des Mikrowellendruckaufschluss
Neben einer erheblichen Zeitersparnis aufgrund von sehr kurzen Aufheiz- und Abkühlzeiten liegt hier der Vorteil für die Pharmaindustrie vor allem in der nachvollziehbaren Dokumentation des Aufschlussprogrammes und der Laufdaten gemäß den gültigen GMP-Anforderungen.
Um die Eignung des mikrowellenunterstützten Aufschlusses bei der Probenvorbereitung für die Bestimmung von Elemental Impurities zu evaluieren, wurden drei pharmazeutische Produkte mit dem Mikrowellensystem Multiwave Pro von Anton Paar aufgeschlossen. Bei der Auswahl wurden möglichst unterschiedliche Formulierungen sowie voneinander abweichendes Reaktionsverhalten berücksichtigt:
- Schmerztablette mit Acetylsalicylsäure als Wirkstoff und schwer aufzuschließendem Siliziumdioxid als Hilfsstoff
- Nahrungsergänzungskapsel mit Omega-3-Fettsäuren und sehr reaktivem Lachsöl
- Erkältungssirup mit einem Dreifachwirkstoff und einem hohen Anteil an Alkohol, Zucker und Glycerin
Alle drei Arzneimittel wurden entsprechend der Validierungsanforderungen in USP <233> an 50, 100 und 150% des so genannten Target Limits dotiert. Die Berechnung dieses Limits erfolgte für jedes Element auf Basis des PDE-Wertes und der maximalen Tagesdosis des jeweiligen Arzneimittels laut Beipackzettel. Die Proben wurden mit einem Rotor für 24 Gefäße aufgeschlossen. Die Aufschlusslösungen wurden danach mit ICP-MS vermessen und die Wiederfindungsraten berechnet. Aufgrund der toxikologischen und analytischen Relevanz (flüchtige Quecksilber- und Arsenverbindungen) wurde der Fokus auf die „big four“, Cd, Pb, As und Hg gelegt.
Elementanalyse gemäß aller regulatorischen Anforderungen
Für alle Produkte und Elemente wurden Bestimmungsgrenzen ermittelt, die mindestens eine Zehnerpotenz unter der niedrigsten Spikekonzentration liegen.
Sowohl in Bezug auf die in der USP <233> angegebenen Grenzen von 70% bis 150% für die Wiederfindung und <20% für die Wiederholpräzision, als auch in der Betrachtung als Absolutwerte konnten hervorragende Ergebnisse erzielt werden: Die Wiederfindungsraten liegen für alle Spikelevels zwischen 92 und 104%, die relative Standardabweichung (RSD, n=3) ist in keinem Fall größer als 5% (s. Abb. 2 und 3).
Es konnte gezeigt werden, dass der Mikrowellendruckaufschluss eine effiziente Probenvorbereitungstechnik für die Elementanalyse von unterschiedlichsten pharmazeutischen Produkten entsprechend aller aktuellen regulatorischen Anforderungen darstellt.
Durch temperatur- und druckkontrollierte Aufschlussbedingungen erzielt man dokumentiert höchst reproduzierbare Ergebnisse in Verbindung mit einfachstem Handling.
Für den Einsatz im pharmaregulierten Bereich kann auf Wunsch eine spezifische Qualifizierungsdokumentation entsprechend 21 CFR Part11, GAMP 5 bzw. USP <1058> zur Verfügung gestellt werden, die einen GMP-konformen Einsatz des Gerätes innerhalb von ein bis zwei Tagen ermöglicht.
* K. Pichler-Jöbstl, L. Künstl: Anton Paar GmbH, 8054 Graz/Österreich
(ID:44030956)

