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Muskelwachstum unter der Lupe Ein Protein, das Muskeln wachsen lässt – oder doch nicht

Quelle: Pressemitteilung Universität Basel 2 min Lesedauer

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Was lässt unsere Muskeln auf molekularer Ebene wachsen? Bislang ging man davon aus, dass ein Protein namens Myc das Wachstum der Skelettmuskeln fördert und übermäßige Expression sogar zu einer krankhaften Hypertrophie führen kann. Eine neue Studie widerlegt nun diese Annahme und zeigt, welchen Einfluss das Protein wirklich auf Muskelzellen hat.

Sport lässt die Muskeln wachsen, aber die Frage, was auf molekularer Ebene passiert, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Wissenschaftler aus Basel haben nun die Rolle des „Wachstums-Proteins“ Myc neu untersucht. Das Bild zeigt einen Gewebeschnitt vielkerniger Muskelfasern (grün, Zellkerne in pink). (Bild:  DOI: 10.1038/s41467-025-58542-7)
Sport lässt die Muskeln wachsen, aber die Frage, was auf molekularer Ebene passiert, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Wissenschaftler aus Basel haben nun die Rolle des „Wachstums-Proteins“ Myc neu untersucht. Das Bild zeigt einen Gewebeschnitt vielkerniger Muskelfasern (grün, Zellkerne in pink).
(Bild: DOI: 10.1038/s41467-025-58542-7)

Normalerweise ist die Myc-Konzentration im Muskel niedrig und steigt bei Wachstumsreizen wie körperlicher Betätigung. Aufgrund der Tatsache, dass Myc an vielen Wachstumsprozessen beteiligt ist, nahm man bisher an, dass dieses Protein auch für das übermäßige Wachstum der Skelettmuskulatur verantwortlich ist, die so genannte Hypertrophie.

Forschende vom Biozentrum der Universität Basel haben diese Hypothese nun überprüft. Sie verringerten oder erhöhten die Konzentration von Myc in Muskelfasern von Mäusen.

Kein Muskelwachstum durch Myc

Die Studie zeigt, dass Myc in Muskelfasern weder für Muskelwachstum nach der Geburt noch für belastungsinduzierte Hypertrophie verantwortlich ist. Entgegen den Erwartungen führen hohe Myc-Spiegel zu keinem verstärkten Wachstum der Muskelfasern. Stattdessen unterdrückten hohe Myc-Werte die Herstellung von Proteinen, die für die Muskelkontraktion wichtig sind.

„Um Behandlungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Muskelfunktion zu entwickeln, ist es entscheidend zu verstehen, was Muskeln wachsen lässt“, erklärt Daniel Ham, Erstautor der Studie. „Anstatt das Muskelfaserwachstum zu fördern, wirken sich hohe Myc-Werte negativ auf Wachstum und Funktion der Muskeln aus.“

Myc kontrolliert Muskelstammzellen

Myc bleibt dennoch wichtig: Myc ist entscheidend dafür, dass sich aus Muskelstammzellen genügend Muskelzellen bilden, die später zu Muskelfasern verschmelzen. Auf diese Weise unterstützt Myc das Muskelwachstum sowie die Muskelregeneration. „Fehlt Myc in den Muskelstammzellen, verliert der Muskel seine Fähigkeit zu starkem Wachstum oder um sich nach einer Verletzung zu regenerieren“, sagt Ham.

Wichtige Erkenntnisse für Therapien

Solche Studien laut den Forschern sind wichtig, weil sie die langjährigen Hypothesen über die Rolle von Myc beim Wachstum der Skelettmuskulatur in Frage stellen. Sie unterstreichen andererseits aber auch seine wichtige Funktion in Muskelstammzellen für Muskelwachstum und -reparatur. Die Wissenschaftler hoffen daher, dass die Erkenntnisse auch neue Wege für die Entwicklung von Therapien eröffnen, die die positiven und negativen Auswirkungen von Myc im Muskel ausbalancieren.

Originalpublikation:Ham, D.J., Semeraro, M., Berger, B.M. et al. Muscle fiber Myc is dispensable for muscle growth and its forced expression severely perturbs homeostasis. Nat Commun 16, 3190 (2025). DOI: 10.1038/s41467-025-58542-7

(ID:50400074)

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