Seit 75 Jahren ist The Lee Company in Branchen vertreten, die die Welt verändern – sei es die Medizintechnik, die Raumfahrt oder die Labor- und Analysentechnik. Dies gelingt, weil man im Unternehmen mit Verstand wächst und mit Visionen in die Zukunft geht.
CEO Marietta S. Lee bei ihrer Antrittsrede im Rahmen der 75-Jahr-Feier am 10. Juli 2023 in Westbrook, Connecticut, USA. Sie folgt auf William W. Lee (2. v. r.).
(Bild: The Lee Company)
Zwölf Menschen gingen bisher auf dem Mond spazieren. Alle zwischen der ersten bemannten Mondlandung am 20. Juli 1969 und der letzten dreieinhalb Jahre später. Nach über 50 Jahren könnte es bald wieder soweit sein, dass Menschen auf dem Mond landen. Zumindest, wenn das Artemis-Programm der NASA Erfolg hat. Vor vier Jahren initiierte der damalige US-Präsident Donald Trump das Programm, welches mittlerweile unter Joe Biden weitergeführt wird. Geplant ist eine bemannte Mondlandung im Zeitraum von 2026 und 2028. Das Programm ist nach der Mondgöttin Artemis benannt. Sie ist die Zwillingsschwester von Apollon. Die Namensgebung ist eine Anspielung auf das Apollo-Programm, im Rahmen dessen mit der Mission Apollo 11 die erste bemannte Mondlandung gelang. „Ein kleiner Schritt für den Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit“, ist der Satz von Neil Armstrong, der damals in die Geschichte einging.
Dass die Astronauten 1969 überhaupt auf dem Mond spazieren gehen konnten und dabei die richtige Menge an Sauerstoff erhielten, haben sie unter anderem Lee-Komponenten von The Lee Company zu verdanken. Und auch im Artemis-Programm ist Lee wieder als Zulieferer exzellenter Kleinstkomponenten für den Einsatz im All und auf dem Mond vertreten. Die Luft- und Raumfahrt ist nach wie vor eine der Kernbranchen des US-amerikanischen Familienunternehmens The Lee Company.
Im vergangenen Jahr feiert der Spezialist für Miniaturhydraulik aus Westbrook, Connecticut, sein 75-jähriges Bestehen. 1948 von Leighton Lee II. gegründet, nahm das frisch gebackene Start-up zunächst als reiner Luftfahrtzulieferer den Betrieb auf.
Der Lee Plug – genial einfach, einfach genial
Leighton Lee II. erfand den Lee Plug – ein eher simpel anmutendes Bauteil, dessen Einfachheit die Genialität des Erfinders widerspiegelt, denn das Funktionsprinzip ist rasch erklärt: In einen aufgehenden Konus – den Plug – wird ein konischer Pin geschoben. Dadurch weitet sich die Hülse auf. Geschieht diese Aufweitung in einer Bohrung, klemmt sich der Plug, oder der Ventilkörper an die Wand der Bohrung. Es entsteht eine kraftschlüssige Verbindung die dem Druck im System standhält und so Bohrungen in Hydrauliksystemen sicher verschließt.
An diesem Prinzip hat sich bis heute kaum etwas verändert. Der Verschluss bietet gleich zwei wesentliche Vorteile:
1. Es sind keine zusätzlichen Bearbeitungsgänge erforderlich.
2. Der Platzbedarf ist wesentlich geringer als bei anderen Verschlussmethoden.
Mittlerweile gibt es den Lee-Plug in unterschiedlichen Materialien und neu entwickelte Baureihen sorgen für immer wirtschaftlichere, schnellere, formschlüssige und leckagefreie Metallabdichtungen. Hunderte Millionen Mal ist der Lee-Plug bereits verbaut und verrichtet in unzähligen Anwendungen seine Arbeit.
Dabei bleibt die Luft- und Raumfahrt bis heute wichtigstes Einsatzfeld. Doch weitere kamen hinzu. „Wir haben mit der Herstellung von Bauteilen für Düsentriebwerke begonnen und haben uns mittlerweile auf zahlreichen Märkten etabliert: Automobil- und Rennsportindustrie, Maschinenbau und Medizintechnik sind dabei nur einige Branchen, die ich nenne“, gibt Marietta S. Lee einen Einblick.
Ich führe nicht, um ein bestimmtes Umsatzziel zu erreichen, vielmehr möchte ich ein Umfeld schaffen, in dem sich die Mitarbeiter wohlfühlen und gute Arbeit leisten können.
Marietta S. Lee, CEO von The Lee Company
Die Enkeltochter des Firmengründers Leighton Lee II. führt das Unternehmen mittlerweile in dritter Generation. Übernommen hat Marietta S. Lee die Unternehmensführung von ihrem Onkel William W. Lee.
Marietta S. Lee lebt die Firmenphilosophie. So kann das Unternehmen maßvoll und kontrolliert mit den Märkten wachsen. Dabei schlug die studierte Juristin zunächst einen ganz anderen Weg ein. Sie arbeitete als Reporterin und Produzentin im Fernsehjournalismus. „Dort habe ich nicht gelernt, wie man ein Produktionsunternehmen führt, aber ich habe gelernt, die richtigen Fragen zu stellen und das ist so ziemlich das Wichtigste, was eine Führungskraft tun kann“, sagt die Unternehmerin. Seit nunmehr 20 Jahren arbeitet sie im Familienunternehmen, hat zusätzlich einen Master-Abschluss in Engineering Management erworben und weiß ihr großartiges Team bei The Lee Company sehr zu schätzen.
Qualität ist das Stichwort und oberstes Gebot in Lees Firmenphilosophie. Alle Produkte werden einer 100-prozentigen Funktionsprüfung unterzogen. So gewährt das Unternehmen Komponenten mit dauerhaltbaren Spezifikationen – und zwar ohne Kompromisse.
In den vergangenen Jahrzehnten hat Lee sein Portfolio für Mikrofluidik-Anwendungen ständig erweitert. Das Unternehmen folgt damit sich verändernden Märkten. So werden z. B. die Flüssigkeitsmengen, die in modernen Analysengeräten gefördert werden, immer kleiner. Gleichzeitig muss aber die Reproduzierbarkeit weiterhin gewährleistet bleiben. Für solche mikrofluidischen Anwendungen wurde eine eigene Reihe von Miniatur-Magnetventilen und Folgekomponenten entwickelt, die ständig weiter ausgebaut werden: Beispielsweise ein Kontrollventil aus der HDI-Familie, das um ein 2/2-Wege-Magnetventil in N.C.-Plug-In-Ausführung erweitert wurde. Die Kombination von geringer Masse und Gewichten mit robusten Werkstoffen gewährleisten eine hohe Lebensdauer von bis zu 200 Millionen Zyklen. Dieses miniaturisierte Magnetventil hilft bei der Optimierung des Einbauraums und ist ideal für die Einbindung in tragbare Geräte und die engen Platzverhältnisse in vielen Analysegeräten geeignet. Auch beim Thema Nachhaltigkeit spielen solche Mikrofluidikkomponenten ihre Stärken aus. Sie besitzen interne Volumen von nur wenigen Mikrolitern und helfen damit wertvolle Reagenzien zu sparen. Schnelle Ansprechzeiten im Millisekundenbereich und eine geringe Stromaufnahme runden die Vorteile für den Einsatz in der Labor- und Analysentechnik ab.
Mikropumpen erweitern Produktportfolio
Neben diesen Trends für Mikrofluidikkomponenten wird es gerade in der Labor- und Analysentechnik immer kompakter und präziser. Mobile Analysegeräte müssen hochgenaue Ergebnisse liefern. Hierfür benötigt die Branche kompakte und trotzdem leistungsstarke Komponenten. Um sein umfassendes Portfolio zusätzlich zu erweitern, hat The Lee Company TTP Ventus (jetzt Lee Ventus) mit Sitz in Cambridge, UK, übernommen. Die piezoelektrische Mikropumpentechnologie Disc Pump ergänzt ideal das Produktportfolio – nicht nur für die Labor- und Analysentechnik, auch für andere Industrien, in denen es auf exaktes Dosieren bei minimalen Platzverhältnissen ankommt. Sie wurden entwickelt, um eine hochpräzise, pulsationsfreie Druck- und Durchflusskontrolle von Gasen zu ermöglichen. Diese Membranpumpen arbeiten im Ultraschallbetrieb (20.000 Zyklen pro Sekunde). Dadurch ist die Disc Pump nahezu geräuschlos und schwingungsarm.
The Lee Company passt sich an sich verändernde Märkte an und wächst maßvoll und kontrolliert. Die Akquisition zeigt einmal mehr, die Firmenphilosophie des Familienunternehmens wird erfolgreich gelebt.
Auch der Raumfahrt bleibt The Lee Company in Zukunft treu. Marietta S. Lee: „Elon Musk will den Mars besiedeln. Ich möchte dort zwar nicht unbedingt leben, aber ich möchte mit Lee Produkte entwickeln und fertigen, die dazu beitragen, dass dies möglich wird.“ Visionen als Potenzial zu erkennen und bereit zu stehen, wenn aus Visionen Wirklichkeit wird – auch das gehört zu einem erfolgreichen Unternehmenskurs. The Lee Company tut dies seit 75 Jahren und die Ideen gehen nicht aus.
Kontakt
The Lee Company Westbrook Connecticut Vereinigte Staaten
Lee Hydraulische Miniaturkomponenten GmbH Am Limespark 2 65843 Sulzbach (Taunus) info@lee.de www.theleeco.com
(ID:49950414)
Stand: 08.12.2025
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