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Gesundheitsmonitoring mit Fingernägeln Was verrät mein Fingernagel über Lebensstil und Ernährung?

Quelle: Pressemitteilung Hochschule Fulda 2 min Lesedauer

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Fingernägel verraten mehr über uns, als wir denken: Forscher aus Fulda haben gezeigt, dass die Analyse von Fingernägeln Aussagen über Lebensstil und Ernährung ermöglicht.

Fingernägel geben wertvolle Hinweise auf Ernährung und Lebensstil, wie Forscher in einer Studie belegt haben. (Symbolbild)(Bild:  frei lizenziert, derneuemann /  Pixabay)
Fingernägel geben wertvolle Hinweise auf Ernährung und Lebensstil, wie Forscher in einer Studie belegt haben. (Symbolbild)
(Bild: frei lizenziert, derneuemann / Pixabay)

Fingernägel sind nicht nur zum Kratzen gut, sie können auch auf bestimmte Krankheitsbilder wie Eisenmangel oder Herz-Lungen-Erkrankungen hindeuten. Und auch Aussagen über unsere Ernährung lassen sich von den Fingernägeln ableiten: Ein Forschungsteam um Professor Dr. Marc Birringer an der Hochschule Fulda hat einen Ansatz entwickelt, mit dem sich Lebensstil und Ernährung anhand von Fingernagelproben nicht-invasiv erfassen lassen.

Fast 200 Nagelproben untersucht

In der „Fulda Nutrinail“-Studie untersuchte das Team bei 184 Probanden im Alter zwischen 18 und 81 Jahren zunächst die Mineralstoffzusammensetzung der Fingernägel. Anschließend verknüpfte es die Ergebnisse mit Ernährungsgewohnheiten, Supplementeinnahme, Gesundheitsangaben der Probanden sowie Merkmalen der Nageloberfläche. Die Fingernagelproben wurden mittels Inductively Coupled Plasma Mass Spectrometry (ICP-MS) analysiert.

„Es gibt bislang nur wenig Forschung zum Mineralstoffgehalt als Biomarker für die Bewertung von Lebensstil und Ernährungsgewohnheiten“, erläutert Birringer. „Nagelproben werden hauptsächlich für toxikologische Untersuchungen auf Schwermetalle verwendet. Wir dagegen wollten wissen, inwieweit sich diese auch für das Gesundheitsmonitoring einsetzen lassen.“

Fingernägel speichern Mineralstoffmuster

Die Ergebnisse der in der Fachzeitschrift Studie zeigen: Fingernägel speichern charakteristische Mineralstoffmuster, die Rückschlüsse auf Ernährungs- und Lebensstilfaktoren ermöglichen. So wiesen die Nägel von Personen, die Selenpräparate einnahmen, rund 20 Prozent höhere Selengehalte auf. Wer sich omnivor ernährte, also ohne Einschränkungen, hatte einen höheren Selengehalt als Personen mit einem veganen und vegetarischen Speiseplan.

Auffällig waren zudem bestimmte Nagelveränderungen, etwa brüchige Nägel, Längsrillen oder weiße Flecken, die mit Abweichungen im Kalium-, Kalium- und Natrium- bzw. Chromgehalt einhergingen. Analysen zu den Mineralstoffpaaren Kalium und Natrium sowie Calcium und Phosphor sollen künftig weitere Erkenntnisse zum Ernährungsverhalten und Lebensstil liefern.

„Wir können zeigen, dass Fingernagelanalysen eine kostengünstige, nicht-invasive und alltagstaugliche Methode für die Ernährungs- und Präventionsforschung sind“, sagt Birringer. Perspektivisch sollen die in Fulda erhobenen Daten mit KI-gestützter Bildanalyse von Nageloberflächen verknüpft werden, um Risiken für Mikronährstoffdefizite frühzeitig zu erkennen.

Originalpublikation: Nina Sonntag, Lina Müller, Katja Plendl, Dustin Dewald, Jan-Torsten Milde, Heike Hollenbach, Alexander Maxones, Tilman Kühn, Marc Birringer: Fingernail Mineral Profiling as a Non-Invasive Tool to Assess Dietary and Lifestyle Factors: Results From the Cross-Sectional Fulda NutriNAIL Study, Bio Factors, Volume 51, Issue 6, November/December 2025, DOI: 10.1002/biof.70056

(ID:50629769)

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