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Laufendes Forschungsprojekt Kann Nanoplastik bei Babys im Mutterleib Allergien verursachen?

Quelle: Pressemitteilung Empa 2 min Lesedauer

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Wie beeinflusst Nanoplastik das Immunsystem ungeborener Kinder? Dieser Frage geht ein Schweizer Forschungsteam nach und untersucht dazu Plazenta-Proben im Labor. Ziel ist es, die Auswirkungen von Nanoplastik besser zu verstehen, insbesondere in Hinblick auf das Entstehen von Allergien.

Dr. Tina Bürki forscht im „Particles-Biology Interactions“-Labor der Empa in St. Gallen. Sie will herausfinden, wie Nanoplastik die Plazenta durchdringt und welche gesundheitlichen Folgen dies für das ungeborene Kind haben kann.(Bild:  Empa)
Dr. Tina Bürki forscht im „Particles-Biology Interactions“-Labor der Empa in St. Gallen. Sie will herausfinden, wie Nanoplastik die Plazenta durchdringt und welche gesundheitlichen Folgen dies für das ungeborene Kind haben kann.
(Bild: Empa)

Asthma, Pollenallergie oder chronische Hautleiden: Das Auftreten von allergischen Reaktionen ist vielfältig und nimmt vermehrt zu. Im Verdacht stehen unter anderem schädigende Umweltfaktoren, die während der kindlichen Entwicklung im Mutterleib bereits die Grundlage für spätere Erkrankungen legen. Ein Team aus Forschenden der Empa, der ETH Zürich, der EPFL, der Universität Zürich und dem Kantonsspital St. Gallen nimmt nun Mikro- und Nanoplastik ins Visier.

Bekannt ist bereits, dass die winzigen Plastikpartikel über das Trinkwasser, die Nahrung und die Luft in den Körper von Schwangeren gelangen und ihren Weg bis zum ungeborenen Kind finden. Hier könnten sie das fragile Immunsystem von Mutter und Kind beeinflussen. Hinzu kommt: Sie sind in der Lage, weitere Schadstoffe, Allergene und Krankheitserreger zu transportieren.

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Das neue Forschungsprojekt will nun eine ganzheitliche Sicht auf die Bedeutung von Plastikpartikeln in der Schwangerschaft ermöglichen. Hierzu arbeiten Experten aus der Materialanalyse, Zellbiologie, Allergieforschung und der medizinischen Klinik zusammen.

Unklares Risiko für Schwangerschaft und Kind

Besonders interessiert sich das Team um Projektleiterin Dr. Tina Bürki und Sina Ruhstaller vom „Particles-Biology Interactions“-Labor der Empa in St. Gallen dabei für die Plazenta, die zentrale Schnittstelle zwischen Mutter und Kind. Das Organ bildet sich ausschließlich während der Schwangerschaft und versorgt das Kind mit Nährstoffen und Botenstoffen für eine gesunde Entwicklung. Daher könnte die Plazenta eine entscheidende Rolle spielen, wenn es um die Immunantwort von Mutter und Kind auf Fremdstoffe geht.

Es besteht ein dringender Bedarf an korrekten Risikobewertungen von Umweltbelastungen für Schwangere.

Dr. Tina Bürki vom „Particles-Biology Interactions“-Labor der Empa in St. Gallen

Klar ist bereits, dass die Kommunikation zwischen Plazenta und ungeborenem Kind durch die Anwesenheit von Nanopartikeln gestört werden kann. „Wir haben herausgefunden, dass es Nanopartikel gibt, die über die Plazenta bis zum Kind gelangen“, sagt Bürki. „Es gibt aber auch viele Partikel, die nicht oder nur sehr, sehr langsam die Planzenta durchdringen können – und trotzdem wurden durch solche Partikel bereits Schädigungen in der Schwangerschaft gefunden. Wir wollen nun herausfinden, wie das möglich ist.“

Zellkulturen auf schädliche Effekte von Nanoplastik untersuchen

Damit der gesamte Ablauf der Nanopartikel-Exposition analysiert werden kann, werden die Forschenden den Mikro- und Nano-Abrieb alltäglicher Plastikprodukte untersuchen und die Interaktionen mit typischen Allergie-auslösenden Substanzen und Schadstoffen bewerten. Anhand von Zellkulturen der menschlichen Plazenta und fötalen Blutzellen kann schließlich der Transport im Körper und die Reaktion auf die verschiedenen Partikel und Schadstoff-Partikel-Verbindungen so realitätsnah wie möglich abgebildet werden. „Durch die Freisetzung von Hormonen und anderen Mediatorstoffen könnte die belastete Plazenta zu Fehlentwicklungen im kindlichen Immunsystem beitragen“, sagt Bürki. Für die nachhaltige Verwendung von sicheren Kunststoffprodukten sei es deshalb unerlässlich zu wissen, ob und welche Polymere ein erhöhtes Potenzial besitzen, Allergien auszulösen, betont die Empa-Forscherin.

Welches Risiko bedeuten Nanopartikel für Babys im Mutterleib? Dr. Tina Bürki vom Particles-Biology Interactions Labor der Empa in St. Gallen berichtet über das aktuelle Forschungsprojekt in diesem Video auf dem Youtube-Kanal von Empa-TV:

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