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Entzündungsrisiko durch Fruktose Fruchtzucker – ein Feind unseres Immunsystems?

Quelle: Pressemitteilung Universität Wien 2 min Lesedauer

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Erhöhter Zuckerkonsum schadet der Gesundheit. Und schon eine kurzzeitig hohe Aufnahme von Fruchtzucker kann sich negativ auf das Immunsystem auswirken. Die biochemischen Hintergründe hat nun ein Forscherteam aus Wien näher untersucht.

Softdrinks enthalten meist viel Fruktose. Wie dieser Zucker auf das Immunsystem wirkt, zeigt eine Studie der Universität Wien (Symbolbild).(Bild: ©  Rawpixel.com - stock.adobe.com)
Softdrinks enthalten meist viel Fruktose. Wie dieser Zucker auf das Immunsystem wirkt, zeigt eine Studie der Universität Wien (Symbolbild).
(Bild: © Rawpixel.com - stock.adobe.com)

Infektionskrankheiten durch Bakterien und Viren zählen trotz medizinischer Fortschritte weiterhin zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Welche Rolle Fruchtzucker bei solchen Erkrankungen spielen könnte, haben Forscher der Universität Wien ergründet.

In zwei unabhängigen randomisierten Studien mit gesunden Erwachsenen untersuchten die Wissenschaftler, wie sich der Konsum von mit Fruktose gesüßten Getränken im Vergleich zu Getränken mit Glukose auf die Immunantwort auswirkt. Zusätzlich führten sie Experimente mit isolierten Immunzellen (konkret: mit Monozyten) und Zellkulturmodellen durch, um die molekularen Mechanismen zu untersuchen.

Fruchtzucker macht anfälliger gegen Bakteriengifte

Die Forscher beobachteten in ihren Versuchen, dass die Aufnahme von Fruktose – im Gegensatz zur Aufnahme von Glukose – zu einer Erhöhung der Konzentration von so genanntem Toll-like Rezeptor 2 in den Immunzellen führte. Toll-like Rezeptor 2 reguliert unter anderem die Immunantwort.

Nach dem Fruktosekonsum reagierten die Monozyten stärker auf bakterielle Giftstoffe– aber nicht im positiven Sinne. Vielmehr erhöhte sich die Konzentration von Rezeptoren für bestimmte bakterielle Giftstoffe wie Lipoteichonsäure. „Die Konzentration der Rezeptoren für solche Giftstoffe im Körper hat sich erhöht, die Entzündungsbereitschaft steigt also“, führt die Studienleiterin Ina Bergheim von der Uni Wien aus. Konkret wurden entzündungsfördernde Botenstoffe wie Interleukin-6, Interleukin-1β und Tumornekrosefaktor-alpha verstärkt freigesetzt.

„Diese Erkenntnisse liefern einen wichtigen Beitrag zum Verständnis, wie einzelne Nahrungsbestandteile und insbesondere Fruktose das Immunsystem beeinflussen können“, sagt Bergheim. „Sie deuten darauf hin, dass bereits kurzfristiger, hoher Fruktosekonsum bei gesunden Menschen das Immunsystem beeinflusst und die Entzündungsbereitschaft steigern kann.“

Einfluss von Fruktose auf Stoffwechselerkrankungen

Zukünftige Untersuchungen sollen klären, welche langfristigen Auswirkungen ein chronisch erhöhter Fruktosekonsum auf das Immunsystem und die Infektanfälligkeit hat, insbesondere bei Risikogruppen mit zum Beispiel Typ II Diabetes mellitus oder mit einer Fettlebererkrankung, die mit metabolischer Dysfunktion assoziiert ist. „Zucker, vor allem die Fruktose in zuckerhaltigen Getränken und Süßigkeiten, steht seit längerer Zeit im Verdacht, das Risiko für die Entstehung von Stoffwechselerkrankungen zu erhöhen – das gilt es zu prüfen“, sagt Bergheim.

Originalpublikation: Staltner R, Csarmann K, Geyer A, Nier A, Baumann A, Bergheim I.: Fructose intake enhances lipoteichoic acid-mediated immune response in monocytes of healthy humans. In Redox Biology, Redox Biology, Volume 85, September 2025; DOI: 10.1016/j.redox.2025.103729

(ID:50460591)

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