Gehörknöchelchen im Röntgenlicht (Wissenschaftsbild des Tages)
In den letzten Jahren versuchen Forscher Computer zu entwickeln, die mit Licht statt Strom rechnen. Solche Photonen-Computer könnten viel schneller und energiesparender sein. Doch ein großes Hindernis ist das sichere Umleiten winziger Lichtsignale auf dem Chip: Dafür braucht man ein Material, das störendes Licht aus allen Richtungen blockt-
Ein Team der New York University meldet nun einen Durchbruch: „Gyromorphe“. Sie verbinden scheinbar gegensätzliche Eigenschaften von Flüssigkeiten und Kristallen und blocken Licht besser als bisherige Strukturen. Frühere Favoriten, sogenannte Quasikristalle, hatten immer einen Haken: Entweder blockten sie nur in wenigen Richtungen vollständig oder dämpften Licht aus allen Richtungen nicht stark genug. Die Forschenden bauten deshalb Metamaterialien und nutzten einen Algorithmus, der „geordnete Unordnung“ entwarf. Gyromorphe wiederholen sich nicht wie Kristalle (flüssigkeitsartig), bilden aus der Ferne aber Muster. Beides zusammen schafft Bandlücken, die Lichtwellen aus jeder Richtung stoppen.
Auf dem Bild zu sehen ist eine Illustration der Eigenschaften eines Gyromorphs mit 60-facher Symmetrie. Obere Reihe: Struktur des Gyromorphs. Links: Strukturfaktor. Rechts: Paarverteilungsfunktion. Untere Reihe: Optische Eigenschaften. Links: Polarisierter Lichtstrahl, vollständig von einem Gyromorph reflektiert. Rechts: Verringerung der Zustandsdichte im Gyromorph
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Wissenschaftsbild des Tages vom 13.11.2025 (Bild: The Martiniani lab at NYU)

