Gehörknöchelchen im Röntgenlicht (Wissenschaftsbild des Tages)
Von Tigerstreifen bis Leopardenflecken – Tiermuster sind auffällig, aber nie perfekt. Forschende der University of Colorado Boulder haben nun gezeigt, wie diese Unregelmäßigkeiten entstehen.
In ihren Computermodellen lassen sich Zellen wie kleine Teilchen vorstellen, die sich durch Gewebe bewegen. Wichtig dabei: Sie haben unterschiedliche Größen. Wie Ping-Pong-Bälle in einem Rohr stoßen sie aneinander, bilden dickere oder dünnere Linien und verursachen Lücken. So entstehen Flecken, Streifen und Kanten, die natürlicher wirken – mal schärfer, mal mit kleinen Brüchen, wie wir sie bei Zebras oder Leoparden sehen.
Dieses bessere Verständnis könnte praktische Anwendungen haben: etwa Stoffe, die ihre Farbe zur Tarnung ändern, oder Medikamente, die gezielter an den richtigen Ort im Körper gelangen. Die schöne Botschaft: Gerade die kleinen „Fehler“ machen Muster lebendig – und nützlich.
Auf dem Bild zu sehen:
Oben: Ein männlicher ornater Kofferfisch.
Unten: Simulierte Sechseck- und Streifenmuster, erzeugt durch diffusiophoretische Anordnung zweier Zelltypen auf Grundlage chemischer Muster.
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Wissenschaftsbild des Tages vom 28.10.2025 (Bild: The Birch Aquarium/Scripps Institution of Oceanography; Siamak Mirfendereski and Ankur Gupta/CU Boulder)

