Gehörknöchelchen im Röntgenlicht (Wissenschaftsbild des Tages)
MIT-Forschende haben mit miBrains eine neue 3D-Gehirngewebeplattform entwickelt, die erstmals alle sechs Hauptzelltypen des menschlichen Gehirns in einer Kultur integriert. Die Modelle beinhalten Neuronen, verschiedene Gliazellen und Gefäßbestandteile und entstehen aus induzierten pluripotenten Stammzellen einzelner Spender. Die Modelle sind anpassbar, in großer Zahl herstellbar und sollen Tierversuche verringern sowie die Medikamentenentwicklung beschleunigen. Die Zellen ordnen sich zu funktionierenden Einheiten, ähnlich wie im echten Gehirn.
In einem ersten Test untersuchte das Team das Alzheimer-Risikogen APOE4: Erst das Zusammenspiel von APOE4-Astrozyten mit Immunzellen (Mikroglia) führte zur Anhäufung der typischen Eiweiße Amyloid und verändertem Tau. Ohne Mikroglia ging das Tau deutlich zurück. Das zeigt, wie wichtig Zellwechselwirkungen für die Krankheit sind.
Dank des modularen Aufbaus lassen sich patientennahe Krankheitsmodelle und präzisere Wirkstofftests erstellen. Als Nächstes wollen die Forschenden Blutfluss nachbilden und Messungen weiter verfeinern – ein Schritt hin zu personalisierter Medizin.
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Wissenschaftsbild des Tages vom 30.10.2025 (Bild: MIT Picower Institute/Koch Institute)

