Gehörknöchelchen im Röntgenlicht (Wissenschaftsbild des Tages)
Forschende aus Wien, Graz und Bonn haben gezeigt, wie Immunzellen ihre „tödliche Fracht“ punktgenau abliefern. Natürliche Killerzellen und T-Zellen töten infizierte Zellen oder Krebszellen, indem sie winzige Päckchen mit Giftstoffen freisetzen.
Mit einem CRISPR-Genscreen identifizierte das Team unerwartete Gene, die die präzise Freisetzung dieser Granula steuern. Bestimmte Fette helfen, wichtige Proteine an den richtigen Ort zu bringen – erst dann können die Giftpakete gezielt abgegeben werden. Das erklärt nicht nur die Arbeitsweise der Abwehr, sondern auch manche seltenen Erkrankungen durch Gendefekte, etwa Nerven- und Immunstörungen.
Die Erkenntnisse könnten die Diagnose seltener Immundefekte verbessern und neue Wege für Krebs-Immuntherapien eröffnen.
Das Bild zeigt immunologische Synapsen von NK-92-Zellen. Rot: zytotoxische/lytische Granula; Grün: Sphingolipide, GM1 oder GB3; Cyan: Aktin-Färbung.
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Wissenschaftsbild des Tages vom 3.11.2025 (Bild: Artem Kalinichenko)

