Gehörknöchelchen im Röntgenlicht (Wissenschaftsbild des Tages)
Wissenschaftler der University of California, Los Angeles haben die erste umfassende Karte der ovariellen Reserve bei Primaten erzeugt, was bedeutende Erkenntnisse für die Frauengesundheit liefert. Diese Forschung könnte die Behandlungen für Unfruchtbarkeit und hormonelle Störungen wie das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) verbessern.
Die ovarielle Reserve umfasst den lebenslangen Eizellvorrat, den Frauen bereits bei der Geburt haben. Es spielt eine zentrale Rolle für Fortpflanzung und Hormonproduktion. Durch die Untersuchung von Rhesusaffen, die eine ähnliche DNA und Eierstockentwicklung wie Menschen haben, identifizierten die Wissenschaftler entscheidende Entwicklungsstadien der ovariellen Reserve.
Mit den Studienergebnissen lässt sich die „Mini-Pubertät“ erklären – ein mysteriöser Hormonschub, der kurz nach der Geburt bei Babys auftritt. Für Säuglinge, die keine Mini-Pubertät erleben, könnte das Fehlen dieses Hormonschubs als früher Biomarker für ovarielle Dysfunktionen wie PCOS dienen, das weltweit etwa 10 % der Frauen betrifft.
Die Studie identifiziert zudem spezifische Zelltypen für das künstliche Züchten von Ovarialmodellen. Dies soll das Verständnis von Unfruchtbarkeit vertiefen und die Behandlungsmöglichkeiten verbessern.
Im Bild ist eine Mikroskopie des äußeren Bereichs des Eierstocks des Rhesusaffen zu sehen. Die sich entwickelnden Eizellen sind durch das VASA-Protein (grün) markiert und von stützenden Granulosazellen umgeben, die durch FOXL2 (magenta) und KRT19 (gelb) gekennzeichnet sind. Zusammen bilden sie Follikel – die funktionelle Einheit des Eierstocks, die die ovarielle Reserve bildet.
Hier gehts zur Originalmeldung
Wissenschaftsbild des Tages vom 28.8.2025 (Bild: Sissy Wamaitha/UCLA)

