Gehörknöchelchen im Röntgenlicht (Wissenschaftsbild des Tages)
Darmkrebs ist eine der Hauptursachen für krebsbedingte Sterblichkeit, wobei mehr als ein Drittel der Darmkrebsfälle ihren Ursprung im Enddarm haben. Bösartige Veränderungen des Enddarms, so genannte Rektumkarzinome, werden dabei häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, wenn der Tumor schon eine gewisse Größe erreicht hat.
Um die chirurgische Entfernung des Tumors zu erleichtern, werden diese Patienten in der Regel vor der Operation mit einer Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie behandelt. Allerdings gehen viele Chemotherapien mit einer Reihe von Nebenwirkungen einher und es fehlt bislang an gezielten medikamentösen Therapieansätzen, die molekulare Schwachstellen des Tumors ausnutzen, um ihn wirksam zu bekämpfen.
Ein Forschungsteam unter der Leitung von Professoren Johannes Betge und Tianzuo Zhan untersucht alternative Strategien mit vielversprechenden Ergebnissen. Sie verwenden Organoide zur Simulation von Tumoren und testen Medikamentenkombinationen zur Verstärkung der Strahlentherapie. Besonders MEK-Inhibitoren und PARP-Inhibitoren erwiesen sich als effektiv zur Tumorkontrolle, indem sie gezielt in die Zellprozesse von Krebszellen eingreifen. MEK-Inhibitoren machen die Zellen empfindlicher für Strahlung. PARP-Inhibitoren stören die Fähigkeit der Zellen, DNA-Schäden zu reparieren.
Das Bild zeigt Mini-Tumore, sogenannte Organoide, welche aus dem Gewebe von Enddarmkrebs hergestellt wurden. Sie dienen als Modell des Tumors, um neue Therapien zu testen.
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Wissenschaftsbild des Tages vom 14.8.2025 (Bild: Johannes Betge)

