Mit seiner Passion für Chemie und vielen Ideen für Hightech-Labormessinstrumente bereicherte er die weltweite Laborbranche. Nun ist Dr.-Ing. Herbert Knauer im Alter von 92 Jahren verstorben.
Herbert Knauer, 2022
(Bild: 2022, KNAUER)
Wie das Unternehmen Knauer mitteilte, ist sein Gründer am Donnerstag, 18. Januar 2024 zu Hause im Kreise seiner Familie verstorben.
„Mit Dr. Knauer ist für mich nicht nur unser Gründer und wichtiger Denker für das Unternehmen von uns gegangen, sondern auch eine außergewöhnlich offene Persönlichkeit. Er war für mich Mentor und Ratgeber, jemand mit dem man Ideen diskutieren und dabei neue Ansichten gewinnen konnte. Herr Dr. Knauer war immer bereit, seinen enormen Schatz an Wissen und Erfahrung weiterzugeben“, äußerte sich Carsten Losch, Geschäftsführer des Unternehmens Knauer.
Vom Tüftler in der heimischen Küche zum weltweit aktiven Unternehmer
1931 in Berlin Karlshorst geboren, wuchs Herbert Knauer mit seinem vier Jahre jüngeren Bruder in einer Beamtenfamilie auf. Nach dem Abitur mit 17 Jahren begann er an der Technischen Universität Berlin zunächst ein Studium der Betriebswirtschaft. Nach einigen Semestern gelang ihm der Wechsel zu seinem Wunschfach Chemie.
1958 erlangte Herbert Knauer den Doktor-Ingenieur-Titel mit seiner Arbeit über „Ionenreaktionen in absolutem Diäthyläther als Lösungsmittel“. Er blieb der TU-Berlin als wissenschaftlicher Assistent bis 1962 treu. In dieser Zeit tüftelte er an Nachmittagen und Wochenenden in der heimischen Küche an neuen technischen Lösungen. Mit einem elektronischen Temperaturmessgerät, das auf 1/1000 Grad Celsius genau messen konnte, wagte Knauer den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete mit Ehefrau Roswitha am 1. Oktober 1962 die nach ihm benannte Firma Knauer in Berlin-Schmargendorf. Dass die Gründung mit Zustimmung der TU geschah, war damals die einzige Förderung des Startup-Unternehmens. Finanzielle Fördertöpfe gab es noch nicht.
Es wurden anfangs kleine Brötchen gebacken, und noch mehrere Jahre arbeitete das Unternehmen in der Wohnung und später dem großen Einfamilienhaus der Knauers in Zehlendorf. Durch Weiterentwicklung zu so genannten Osmometern wurde aus dem Temperaturmessgerät und Zusatzgeräten ein Markterfolg. Knauer machte sich als erstes Unternehmen, das in Europa Osmometer für Chemie und Medizin herstellte, einen guten Namen.
Anfang der 1970er Jahre begann die Firma mit der Entwicklung und Produktion von Systemmodulen für die noch junge Technik der Hochleistungs-Flüssigkeitschromatografie (HPLC). Diese Entscheidung markierte den Beginn einer Erfolgsgeschichte.
Herbert Knauer erkannte das Potenzial der HPLC-Technologie und entwickelte Lösungen, die das Unternehmen international konkurrenzfähig machten. Die Einführung modularer HPLC-Systeme in den 1970er Jahren setzte Maßstäbe für die Branche. Modulares Design sollte wegen seiner Flexibilität bald zum Standard für HPLC-Anlagen auf der ganzen Welt werden und trug zur weltweiten Verbreitung dieser Analysetechnologie bei.
Mit den Verkaufserfolgen finanzierte Knauer teilweise den Neubau eines großen Büro- und Produktionsgebäudes im gleichen Stadtteil. Es ist bis heute der Firmensitz in Berlin-Zehlendorf. 1974 war Einzug in das Gebäude im Hegauer Weg.
Übergabe an die nächste Generation
Mit zahlreichen Auszeichnungen, darunter Goldmedaillen auf der Leipziger Messe, dem Innovationspreis des Berliner Senators für Wirtschaft und Arbeit und dem Innovationspreis Berlin-Brandenburg, wurde die kontinuierliche Innovationskraft von Herbert Knauer und seinem Unternehmen gewürdigt.
Die Übergabe aller Geschäftsanteile an seine Tochter Alexandra Knauer im Jahr 2000 bedeutete nicht das Ende seiner Begeisterung für Wissenschaft und Technologie. Herbert Knauer blieb weiterhin aktiv und tüftelte engagiert in beratender Funktion. Er freute sich sehr über die Erfolge seiner Tochter Alexandra. Neben einem Fokus auf Nachhaltigkeit gelang ihr eine wesentliche Weiterentwicklung des Unternehmens. Es entstanden auch neue Geschäftsbereiche wie die Anlagen zur Herstellung von Lipid-Nanopartikeln für mRNA-Wirkstoffe. Die Belegschaft wuchs unter ihrer Leitung von 70 auf 190 Mitarbeitende. Der Umsatz vervierfachte sich.
Am 10. September 2021, zwei Tage vor seinem 90. Geburtstag stattete die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel dem Unternehmen einen Besuch ab und beglückwünschte Herbert und Roswitha Knauer zu ihrem Lebenswerk. Das heutige Unternehmen nannte sie ein „Juwel des deutschen Mittelstandes“.
Wie Herbert Knauer selbst gern betonte, sollten Messinstrumente für die Wissenschaft vor allem nützliche Werkzeuge für die Anwendenden sein, dem Fortschritt dienen und dabei robust und so einfach wie möglich gehalten sein, um Fehlerquellen zu vermeiden. Ein Ideal, das auch für viele andere Bereiche erstrebenswert wäre.
Stand: 08.12.2025
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In stillem Gedenken an Herbert Knauer ist die Firma zuversichtlich, dass seine Spuren in der Welt der Wissenschaft und Technik für immer lebendig und von nachhaltiger Bedeutung bleiben werden.