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Klimawandel

Hummeln werden in Europa und Nordamerika seltener

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In Südeuropa wandern die Hummeln 300 Meter höher in die Gebirge

Deutliche Unterschiede gab es dagegen bei der Ausbreitung der Hummeln in vertikaler Richtung. Während sie seit 1974 vor allem im südlichen Europa im Schnitt 300 Meter höher in die Gebirge gewandert sind, taten die Hummeln dies im südlichen Nordamerika nur zirka 200 Meter, was an der unterschiedlichen geografischen Ausrichtung der Gebirgsketten liegen könnte.

„Im Gegensatz zu anderen Tiergruppen hat es keine Veränderungen bei den nördlichen Verbreitungsgrenzen von Hummeln in Europa oder Nordamerika gegeben. Obwohl sich deren Lebensräume mit rund +2,5 Grad Celsius deutlich erwärmt haben, haben es die Hummeln nicht geschafft, mit der Erwärmung mitzuziehen“, erklärt Dr. Oliver Schweiger vom UFZ, der die Studie mit verfasst hat. Damit wird klar, dass auch Hummeln nicht mit dem Tempo des Klimawandels mithalten können. Da sie zu den wichtigsten Bestäubern gehören, könnte das gravierende Auswirkungen auf den Ertrag von Agrargütern haben. Oliver Schweiger war gemeinsam mit Prof. Pierre Rasmont von der Universität Mons in Belgien für die Koordination der Datensammlung der zirka 240.000 Beobachtungen in Europa verantwortlich.

Auch andere Insektenarten sind vom Klimawandel bedroht:

2012 war Schweiger bereits an einer Studie beteiligt, die zeigte, dass in Europa Schmetterlinge im Durchschnitt 135 Kilometer und Vögel sogar 212 Kilometer gegenüber der Temperaturerhöhung und der Verschiebung ihrer Lebensräume zurückliegen.

„Wir haben bereits rund 300 Kilometer der Verbreitungsgebiete von Hummeln im Süden Europas und Nordamerikas verloren. Umfang und Tempo dieser Verluste sind beispiellos. Wir brauchen deshalb neue Strategien, diesen Arten zu helfen, mit den Auswirkungen des vom Menschen verursachten Klimawandels zurechtzukommen. Vielleicht, in dem wir sie aktiv unterstützen, in nördliche Gebiete wandern zu können“, fordert Prof. Jeremy T. Kerr von der Universität Ottawa, der die nun im Magazin Science publizierte Studie geleitet hat.

Originalpublikation:

Jeremy T. Kerr, Alana Pindar, Paul Galpern, Laurence Packer, Simon G. Potts, Stuart M. Roberts, Pierre Rasmont, Oliver Schweiger, Sheila R. Colla, Leif L. Richardson, David L. Wagner, Lawrence F.Gall, Derek S. Sikes, Alberto Pantoja (2015): Climate change impacts on bumblebees converge across continents. Science. 09 July 2015.

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