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Klimawandel Hummeln werden in Europa und Nordamerika seltener

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Wie bereits bei anderen Tier- und Pflanzenarten beobachtet, verringert der Klimawandel auch die Lebensräume von Hummeln, die zu den wichtigsten Bestäubern gehören. Das schlussfolgert ein internationales Forscherteam nach der Auswertung von Langzeitdaten aus Europa und Nordamerika.

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UFZ-Wissenschaflter haben die Verbreitung der Hummeln in Europa und Nordamerika untersucht.
UFZ-Wissenschaflter haben die Verbreitung der Hummeln in Europa und Nordamerika untersucht.
(Bild: UFZ )

Leipzig – Die Südgrenze der Verbreitung der meisten Hummelarten habe sich in Europa und Nordamerika innerhalb eines Jahrhunderts bis zu 300 Kilometer nach Norden verschoben, die Nordgrenze dagegen nicht, schreibt das Forscherteam in der aktuellen Ausgabe des Fachblattes Science. Eigenen Angaben zufolge wurden die Auswirkungen des Klimawandels auf die Verbreitungsgrenzen bisher noch nie in diesem Umfang auf zwei Kontinenten untersucht. An der Studie, die von der Universität Ottawa in Kanada geleitet wurde, war auch das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) maßgeblich beteiligt.

Die Frage, wie sich der Klimawandel auf die verschiedenen Tier- und Pflanzenarten bis hin zu den Ökosystemen und deren Dienstleistungen auswirkt, wird mit zunehmender Erwärmung immer bedeutsamer. Einen weiteren Beleg, dass der Klimawandel zu einer deutlichen Verschiebung der Lebensräume führt und Lebensgemeinschaften aus verschiedenen Tiergruppen auseinander reißen kann, liefert jetzt ein Team von Wissenschaftlern aus Kanada, den USA, UK, Belgien und Deutschland.

Für ihre Studie werteten sie rund 423.000 Beobachtungen von insgesamt 67 Europäischen und Nordamerikanischen Hummelarten aus, die seit dem Jahr 1901 gemacht wurden. Dabei wurden die Unterschiede in den nördlichen und südlichen Ausbreitungsgrenzen der einzelnen Arten, die höchste und kälteste Temperatur des Verbreitungsgebietes sowie die durchschnittliche Höhe über dem Meeresspiegel bestimmt. Anschließend verglich das Team die Daten von 1901 bis 1974 mit drei Zeiträumen in den elf Jahren danach und bestimmte die Trends der Hummelarten.

Zusätzlich wurde die Wirkung von Landnutzungs-Faktoren (z.B. Pestizideinsatz) einbezogen. Trotz deutlicher Unterschiede in der Landnutzung zwischen Nordamerika und Nordeuropa wurden keine Unterschiede im Hinblick auf die Verschiebung der Arealgrenzen der Hummeln beobachtet.

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