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Spiele-Hardware für die universitäre Lehre Chemielernen am Holodeck: Uni Gießen setzt auf Augmented Reality

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Naturwissenschaftliche Fächer schrecken viele ab, weil die Inhalte oft sehr abstrakt sind. An der Universität Gießen können Studierende nun aber auf eine neue Weise ins Thema eintauchen. Ein Projekt nutzt Augmented Reality, um Moleküle dreidimensional in den Raum zu projizieren. Ein echtes Holodeck für die Forschung und Lehre.

Ein virtuelles Molekül drehen, vergrößern und im dreidimensionalen Raum untersuchen: Möglich mit dem Holodeck-Projekt. (Bild:  Screenshot: Rechenkraft e.V.)
Ein virtuelles Molekül drehen, vergrößern und im dreidimensionalen Raum untersuchen: Möglich mit dem Holodeck-Projekt.
(Bild: Screenshot: Rechenkraft e.V.)

Während manche Universität sich gerade erst von den letzten Tageslichtprojektoren getrennt hat, ist man an der Justus-Liebig-Universität Gießen schon einen Schritt weiter und holt Science-Fiction-reife Technik an den Campus: Das Projekt „Holodeck: Molekulare Hologramme in der Lehre“ ermöglicht es, komplexe molekulare Zusammenhänge mithilfe von Augmented Reality (AR) sichtbar zu machen. Mehrere Personen können dabei gemeinsam auf einer speziellen faltbaren Arbeitsoberfläche ein computererzeugtes, für alle Teilnehmer aus der jeweils individuellen Perspektive sichtbares 3D-Hologramm betrachten, etwa ein Proteinmodell in seiner spezifischen Faltung. In diesem Wintersemester erhalten Studierende bei zwei Terminen die Möglichkeit, das neue System auszuprobieren.

Ein Videoclip zeigt das Holodeck in Aktion (mp4).

Projektkoordinator ist der Chemiker Dr. Michael Weber vom Institut für Parasitologe, der das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Verein Rechenkraft.net e.V. entwickelt hat. Das System basiert auf einer handelsüblichen Spiele-Hardware. „Nach unserem Kenntnisstand stellt diese sehr einfache Arbeitsumgebung aktuell das weltweit kostengünstigste und gleichzeitig interessanteste AR-System für molekulare Visualisierungen dar“, betont Weber. „Es lässt sich für Forschungs- und Entwicklungsprojekte im professionellen Bereich einsetzen, kann aber auch in der universitären Lehre oder im Schulunterricht sehr eindrucksvoll für ein tiefgreifendes Verständnis molekularer Strukturen sorgen.“

Eine Besonderheit des Holodecks sind die leichten Stereo-Projektorbrillen, die es erlauben, neben dem Molekül-Hologramm auch den realen Raum und die anderen Teilnehmenden wahrzunehmen. Das unterscheidet sie von VR-Brillen, die eine rein virtuelle und von der Außenwelt abgeschlossene Umgebung präsentieren.

Das Projekt wird im Rahmen von Hessen Hub (Netzwerk digitale Hochschullehre) gefördert und richtet sich nicht nur an Studierende, um Lerninhalte zu veranschaulichen, sondern auch zur Entwicklung neuer Lehrinhalte an das Lehrpersonal von Universitäten und Schulen. Das Projektteam hat das Programm in den letzten Wochen und Monaten bereits intern und auf verschiedenen Messen präsentiert. Als nächstes kann das System am 26. November 2025 auf der Edunext 25 in Frankfurt erlebt werden.

Anmeldungen zu den beiden Terminen des „Workshop: Holodeck: Molekulare Hologramme in der Lehre“ am 23. und 30. Oktober 2025 sind für JLU-Studierende über die interne Plattform Stud.IP möglich.

Weitere Infos: zum Projekt Holodeck

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