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Hygiene im Privathaushalt Keimbelastung im Küchenschwamm – Geruch und Aussehen reichen nicht

Quelle: Pressemitteilung Bundesinstitut für Risikobewertung 3 min Lesedauer

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Mikroben-Paradies in der Küche: Der Spülschwamm bietet oft ideale Bedingungen für Keime. Und selbst, wenn man keinen unangenehmen Geruch wahrnimmt und der Schwamm an sich sauber aussieht, kann er krankmachende Erreger enthalten, wie eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung zeigt.

Alte Spülschwämme sollte man austauschen. Doch bloß, weil ein Schwamm noch neu aussieht und keinen auffälligen Geruch hat, muss er längst nicht frei von krankmachenden Keimen sein, wie eine Studie des BfR nahelegt (Symbolbild).(Bild: ©  Ladanifer - stock.adobe.com)
Alte Spülschwämme sollte man austauschen. Doch bloß, weil ein Schwamm noch neu aussieht und keinen auffälligen Geruch hat, muss er längst nicht frei von krankmachenden Keimen sein, wie eine Studie des BfR nahelegt (Symbolbild).
(Bild: © Ladanifer - stock.adobe.com)

In herkömmlichen Küchenschwämmen („Topfreinigern“) tummeln sich nicht nur zahlreiche Arten von „Allerweltskeimen“, sondern es können auch krankmachende Bakterien wie Salmonellen oder E. coli nachgewiesen werden. Sie können sich in den Schwämmen ansiedeln, vermehren und von dort auch auf andere Oberflächen in der Küche übertragen werden, wie eine neue, am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) durchgeführte Untersuchung zeigt.

Bemerkenswert ist, dass man den Schwämmen eine Besiedelung mit Keimen nicht anmerkte: Sie zeigten keine auffälligen Veränderungen hinsichtlich des Geruchs, sahen nicht sichtbar verschmutzt oder schmierig aus. Umso wichtiger ist es, die Schwämme in regelmäßigen Abständen zu wechseln, um Infektionen im Haushalt zu vermeiden, betonen die Forschenden. „Nicht wenige Lebensmittelinfektionen haben ihren Ursprung im Privathaushalt und nicht immer sind sie mit ein, zwei Tagen Unwohlsein überstanden“, sagt BfR-Präsident Andreas Hensel. „Insbesondere empfindlichen Personengruppen wie älteren oder kranken Menschen, aber auch kleinen Kindern können solche Infektionen durchaus gefährlich werden.“

Der Spülschwamm als Keimreservoir

Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge kommt es jährlich zu geschätzt 600 Millionen Lebensmittelinfektionen weltweit. Bekannt und erfasst werden insbesondere Ausbrüche mit mehreren Erkrankten, die im Umfeld von Großküchen oder Caterern ihren Ursprung haben. Fachleuten zufolge ist aber auch die eigene Küche daheim häufig Quelle einer Infektion, etwa wenn bei der Zubereitung verunreinigter Lebensmittel wie Hähnchenfleisch die Keime durch unzureichende Hygiene in der Küche verteilt werden.

Einmal in der Küche angelangt, sind Schwämme für bakterielle Erreger aufgrund ihrer porösen Oberfläche und der vorhandenen Feuchtigkeit ein ideales Reservoir. Lebensmittelreste, die sich in den Schwämmen verfangen, dienen als „Futter“ und liefern die für eine Vermehrung der Bakterien nötigen Nährstoffe. So ist es zu erklären, dass üblicherweise Küchenschwämme bald nach Nutzungsbeginn mit zahlreichen Arten von Keimen besiedelt sind. Bekannt ist auch, dass im Vergleich zu anderen Reservoiren wie der Spüle oder Schneidebrettern die Keimzahl in Schwämmen in der Regel höher ist.

„Infizierte“ Schwämme werden schnell zur Brutkammer

In der aktuellen Untersuchung zeigten die Forschenden, dass sich auch krankmachende Keime in den Schwämmen festsetzen können. Sie gaben dazu Lösungen mit Escherichia coli und Salmonellen, bedeutende Erreger von Lebensmittelinfektionen, in verschiedenen Keimzahlen auf die Schwämme. Darüber hinaus wurden einige Schwämme mit einer bakterienhaltigen Lösung mit Staphylococcus aureus befeuchtet. Diese Keime können Giftstoffe bilden, die Lebensmittelvergiftungen verursachen können.

Es zeigte sich, dass sich alle untersuchten Bakterien ausgehend von recht geringen Keimzahlen innerhalb weniger Tage erheblich vermehren und auch eine mehrtägige Austrocknung überstehen. In weiteren Versuchen zeigten die Forschenden, dass bereits leichter Druck ausreicht, um die Keime von den Schwämmen auf eine Oberfläche zu übertragen. Letztlich können Bakterien bei direktem Kontakt auf Lebensmittel gelangen und – wenn diese ohne weiteres Erhitzen verzehrt werden – eine Lebensmittelinfektion verursachen. Dafür reichen mitunter bereits sehr geringe Keimzahlen aus.

Tipps gegen Küchenkeime

Viele Verbraucher entscheiden anhand des Aussehens oder Geruchs, wann sie ihren Schwamm wechseln. Allerdings ist dies ein sehr unzuverlässiger Indikator, denn selbst bei hoher Keimzahl stellten die Forschenden keine auffälligen Veränderungen ihrer Versuchsschwämme fest. Wie oft Schwämme ausgetauscht werden sollten, hängt unter anderem von ihrer Nutzung ab. Wurde der Schwamm beispielsweise zum Reinigen von Oberflächen verwendet, die mit rohem Fleisch in Kontakt waren, sollte er anschließend entsorgt werden. Alternativ kann die Keimbelastung durch eine mindestens zweiminütige Behandlung mit über 70 °C heißem Wasser verringert werden. Insbesondere in Umgebungen, in denen Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr – Kranke, Kinder oder Ältere – leben, sollten Küchenschwämme häufiger ausgetauscht werden.

Als Alternativen zu Küchenschwämmen kommen auch Bürsten oder Mikrofaser-Tücher in Betracht, die früheren Studien zufolge geringere Keimzahlen aufweisen. Sie trocknen schneller und können zudem in der Spül- bzw. Waschmaschine gereinigt werden. Damit die Keimbelastung wirksam reduziert wird, sollten Programme mit Temperaturen von mindestens 60 °C verwendet werden.

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Das BfR hat online weitere Verbrauchertipps zum Schutz vor Lebensmittelinfektionen im Privathaushalt zusammengestellt.

Originalpublikation: Szilvia Neuhaus, Simon H. Tausch, Konrad Gulich, Nils Körber, Josephine Grützke, Andreas Hensel, Sascha Al Dahouk, Ralf Dieckmann: Kitchen Sponges as Reservoirs of Foodborne Pathogens: Microbial Growth Dynamics, Surface Cross-Contamination, and Hygiene Implications, Journal of Food Protection, Volume 89, Issue 6, June 2026; DOI: 10.1016/j.jfp.2026.100794

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