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Wie die Kakaoproduktion der Erderwärmung trotzen kann So geht Kakao nicht KO im Klimawandel

Quelle: Pressemitteilung Georg-August-Universität Göttingen 2 min Lesedauer

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Die Preise für Schokolade sind zuletzt deutlich gestiegen. Ein Grund sind Ernteausfälle auf Kakaoplantagen – bedingt durch zunehmende Trockenheit und weitere Folgen des Klimawandels. Eine Forschungsgruppe hat nun Strategien untersucht, Kakaoplantagen besser gegen die Erderwärmung zu rüsten.

Kakaopflanze mit Schattenbaum(Bild:  Issaka Abdulai)
Kakaopflanze mit Schattenbaum
(Bild: Issaka Abdulai)

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Universität Göttingen hat eine neue Leitlinie erstellt, mit der sich geeignete Bäume für einen nachhaltigen und klimastarken Kakaoanbau in Westafrika finden lassen. Im Fokus stehen die jahreszeitlichen Blattveränderungen von Schattenbäumen.

In Westafrika werden 70 Prozent des weltweiten Kakaos produziert. Hier, genauer im nördlichen Kakaogürtel Ghanas, hat das Forschungsteam der Universitäten Göttingen, München, Tübingen, Helsinki sowie der Kwame Nkrumah University of Science and Technology und des International Institute of Tropical Agriculture eine zweijährige Feldstudie an so genannten Schattenbäumen durchgeführt. Schattenbäume haben besonders große Blätter und können dadurch die Kakaopflanzen vor der Sonne schützen, den Boden kühl halten und extreme Umweltbedingungen abmildern.

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Im Mittelpunkt der Forschung stand die Blattphänologie – die jahreszeitliche Veränderung der Blätter – und ihre Funktion, Kakao-Agroforstsysteme anpassungsfähiger an Klimaveränderungen zu gestalten. Das Team analysierte, wie sich die Bäume auf die Bodenfeuchtigkeit, das Mikroklima und die Kakaoerträge auswirken, um zu verstehen, wie verschiedene Baumarten das Umfeld der Kakaopflanzen beeinflussen.

Schattenbäume als Beschützer von Kakaopflanzen

„Unsere Analysen haben gezeigt, dass Schattenbäume, die ihre Blätter in der Trockenzeit vollständig verlieren, Bodenwasser konservieren und somit die Kakaoproduktion in Dürreperioden schützen“, erklärt Dr. Munir Hoffmann von der Abteilung Tropischer Pflanzenbau und Agrosystem-Modellierung der Universität Göttingen. „Im Gegensatz dazu erhöhen Bäume, die in der Trockenzeit teilweise noch Laub tragen, den Bodenwasserverbrauch, was in Gebieten mit längeren Dürreperioden nachteilig ist“, ergänzt Hoffmann.

„Unsere Forschung wirft ein neues Licht auf die Rolle der Blattphänologie für die Auswahl von Schattenbäumen“, betont Dr. Issaka Abdulai, Wissenschaftlicher Mitarbeiter in derselben Abteilung und Erstautor der Studie. Prof. Dr. Reimund Rötter, Leiter der Forschungsgruppe, fügt hinzu: „Unsere Ergebnisse bieten einen klaren Weg, um den Kakaoanbau in Zeiten des Klimawandels nachhaltig und widerstandsfähig zu gestalten.“ Die Forschung wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt.

Originalveröffentlichung: Issaka Abdulai et al. Functional groups of leaf phenology are key to build climate-resilience in cocoa agroforestry systems, Agriculture, Ecosystems & Environment, Volume 379, 28 February 2025; DOI: 10.1016/j.agee.2024.109363

Dieser Beitrag ist zuvor bei unserer Schwestermarke www.foodtec-insider.de erschienen.

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