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Von Null auf Zehntausend in Sekunden

Klingenwirbel im Labor

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Schockgefrorene Bonbons mit flüssigem Kern

Manchmal muss selbst für die Probenvorbereitung eine Probenvorbereitung getroffen werden. Dies ist beim Zerkleinern von gefüllten Fruchtbonbons der Fall. Um Vitamine und andere Inhaltsstoffe von Fruchtbonbons nach der Kennzeichnungspflicht auszuweisen, müssen die Bonbons in der Regel mechanisch aufbereitet werden. Die dort oftmals zum Einsatz gebrachte HPLC verlangt nämlich nur Einwaagen von wenigen Milligramm, welche eine reale Zufallsverteilung der charakteristischen Merkmale bei der Probennahme schwierig erscheinen lässt.

Problem beim Aufbereiten machen oftmals die hohen Zuckergehalte und die unterschiedlichen Konsistenzen von Bonbonkern und -hülle. Doch wie wird aus klebrig süßen Bonbons mit zähflüssigem Kern ein handhabbares Pulver für die HPLC-Aufgabe? Der Trick: Verspröden mit flüssigem Stickstoff. Dies ist direkt im Mahlbehälter möglich und ändert nicht nur die Brucheigenschaften des Bonbons, sondern gewährleistet auch die Temperaturstabilität der Vitamine. Aufgrund der sehr kurzen Zerkleinerungszeit von nur 20 Sekunden bei 5000 U/min bleibt der Energieeintrag klein genug, dass alle Inhaltsstoffe im resultierenden Pulver unverändert vorliegen.

Zeit sparen mit gehäckseltem Hopfen

Ein nicht zu unterschätzender Anteil an Proben in der Lebensmittelanalytik fällt auf die Qualitätskontrolle von Hopfen – dem Reinheitsgebot sei Dank. Doch nicht nur als Rohstoff für die Bierherstellung, sondern auch als pharmakologisch wirksame Substanz findet Hopfen Verwendung. So tragen diverse sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe wie Humulen, Caryophyllen sowie gewisse Vorstufen verschiedener Pflanzenfarbstoffe zur entzündungshemmenden oder beruhigenden Wirkung des Hopfens bei. Möglicherweise haben sie sogar artverwandte Wirkmechanismen zum körpereigenen Schlafhormon Melatonin. Um das näher zu untersuchen, müssen die Inhaltsstoffe aus den Dolden extrahiert werden. Besonders schonend und effizient gelingt dies, wenn die Dolden vor der Extraktion zu einem feinen, homogenen Pulver gemahlen werden. Mit dem richtigen Mahlwerkzeug ist die Probe binnen 15 Sekunden zerkleinert. Durch die vergrößerte spezifische Oberfläche verläuft die nachfolgende Extraktion wesentlich effizienter und schneller. Somit resultiert durch das Zerkleinern eine Zeitersparnis.

Im Grunde zeigt sich am Beispiel des Zerkleinerns, was uns insgeheim schon längst bewusst ist: Eine gute Probenvorbereitung spart uns am Ende nicht nur viel Zeit, sondern auch Nerven.

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* H. Brecht, Fritsch GmbH, 55743 Idar-Oberstein

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