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Wider die Hinterlist

Krebs: Der Metastasenbildung mit Fluoreszenz-gelabelten Biomarkern auf der Spur

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Beitrag zur Personalisierung

Der Trick der Krebszellen, sich durch genetische Veränderung der Behandlung zu entziehen und Resistenzen auszubilden, stellt Ärzte und Forschende gleichermaßen vor große Herausforderungen. Die Aggressivität und Resistenzausbildung der Metastasen sind das zentrale Problem, denn 90% aller Todesfälle sind nicht durch den Primärtumor bedingt, sondern durch die Metastasierung.

Ist z.B. ein Primärtumor einer Brustkrebspatientin anfänglich auf Her2/neu negativ getestet worden, können die Metastasen sehr wohl die Her2-Rezeptor-Synthese verstärkt einleiten und ein Her2/neu positives Rezidiv bilden. Her2/neu ist ein Rezeptor an der Zelloberfläche, der bei übermäßigem Vorkommen die Zelle mit Wachstumssignalen überflutet. Diese Art von Brustkrebs ist sehr aggressiv. Ein Test der CETC/CTCs verschafft Gewissheit über die genetische Veränderung und die Patientin kann von einer zielgerichteten Behandlung profitieren. Mit Maintrac können weitere therapierelevante Eigenschaften für Hormonrezeptoren, Mutationen und neuerdings auch Checkpoint-Inhibitoren für die Immuntherapie getestet werden. Zirkulierende Tumorzellen können somit gut als prädiktiver Marker eingesetzt werden.

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Theorie und Praxis

Eine solche personalisierte Onkologie hat sich in der klinischen Praxis noch nicht etabliert. Wenn Arzt und Patient aber ein gutes Vertrauensverhältnis haben und neben den medizinischen Leitlinien zusätzlich Seitenwege betreten wollen, können sie gemeinsam diagnostische Möglichkeiten ausschöpfen, die zwar noch nicht durch große medizinische Studien Einzug in den Behandlungskatalog erhalten haben, die aber, wie der Maintrac-Test, eine hohe Sensitivität und Spezifizität aufweisen und deswegen durchaus als Begleittests aussagekräftig sind. Eine entsprechende Therapieanpassung kann den Patienten nachweislich einen signifikanten Überlebensvorteil bringen. Die Maintrac-Diagnostik ist aktuell noch keine Kassenleistung und gilt als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Auf Anfrage übernehmen jedoch einige Krankenkassen die Kosten.

Literatur:

[1] Pachmann K, Camara O, Kavallaris A, Krauspe S, Malarski N, Gajda M, et al. Monitoring the response of circulating epithelial tumor cells to adjuvant chemo­therapy in breast cancer allows detection of patients at risk of early relapse. J Clin Oncol Off J Am Soc Clin Oncol. 2008 Mar 10;26(8):1208–15.

[2] Krüger, N et al. Chemosensitivitätstestung von zirkulierenden epithelialen Tumorzellen (Ciirculating epithelial Tumor Cells, CETCs) in Vitro: Korrelation zur in Vivo Sensitivität und den klinischen Ergebnissen. J Cancer Therapy, 2013

* A. Wesche: Life Sciences-PR, 27419 Kalbe

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