Moderne Labordiagnostik ist der erste Schritt in eine gelungene Patienten-Therapie. Während des Medica Labmed Forums vom 17. bis 20. November diskutieren Experten darüber, was die Labormedizin in den kommenden Jahren bestimmen wird.
Internationaler Expertentreff für Trends und Innovationen der Labormedizin – das Medica Labmed Forum im Rahmen der Medica.
(Bild: Constanze Tillmann/ Messe Düsseldorf)
Die Labormedizin bildet eine Brücke zwischen klinischer Praxis, Forschung und der Patientenversorgung. Damit ist sie auch wesentlicher Treiber für ein fortschrittliches Gesundheitswesen. Daraus folgend hat sich das Medica Labmed Forum in den letzten Jahren zu einem wissenschaftlichen Programmelement der Medica in Düsseldorf entwickelt. Unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Holdenrieder, Deutsches Herzzentrum (Technische Universität München), wird das Forum vom 17. bis 20. November an allen Messetagen der Medica 2025 inmitten des Ausstellungsbereich für Laborausstattungen und Diagnostika in Halle 1 wieder eine abwechslungsreiche Agenda bieten.
Dank der zentralen Rolle, die Blutuntersuchungen und andere labormedizinische Verfahren in der Medizin spielen, liefert das hochkarätig besetzte Bühnenprogramm fundierte Wissensvermittlung, vertiefende Diskussionen und damit Impulse mit Relevanz für nahezu alle Fachdisziplinen.
Digitalisierung, KI und Automation rücken in den Fokus
Standen in den Jahren 2021 und 2022 die Coronapandemie mit ihren virologischen, diagnostischen und klinischen Aspekten im Zentrum des Interesses, so hat sich der Fokus seit 2023 in Richtung Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Automation verschoben. Large Language Models und künstlich intelligente Roboter faszinieren nicht nur Visionäre und Technikfreaks – sie lösen auch ganz konkret Alltagsprobleme, die sich durch Fachkräftemangel bei gleichzeitig steigenden Anforderungen an das medizinische Labor ergeben. Regelmäßig wird in diesem Kontext über aktuelle gesetzliche Herausforderungen für Klinik und Industrie berichtet – beispielsweise durch die In-Vitro Diagnostics Regulation IVDR.
Besonderes Augenmerk legte das Medica Labmed Forum ungeachtet aktueller Trends stets auf kardiologische und onkologische Erkrankungen als führende Todesursachen in der westlichen Welt, seit 2024 flankiert durch aktuelle Ergebnisse aus der Erforschung des Alterns und der Langlebigkeit.
Themenschwerpunkte und Highlights an den einzelnen Veranstaltungstagen sind in diesem Jahr:
Montag, 17. November: Fachkräftemangel & IVDR unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Streichert (Uni Köln)
Dienstag, 18. November: Kardiogenetik & Onkologie unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Holdenrieder (TU München)
Mittwoch, 19. November: Young Scientists, KI & Tele-Lab Care unter der Leitung von PD Dr. Verena Haselmann (Uni Mannheim)
Donnerstag, 20. November: Gesundes Altern und Langlebigkeit unter der Leitung von Dr. Kai Prager und Dr. Peter Quick (VDGH Berlin)
Die Vormittagssessions des Forums beginnen jeweils um 10:30 und enden um 12:30 Uhr. Nach einer Mittagspause mit ausgewählten Industriepräsentationen geht es mit den Nachmittagssessions von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr weiter – am Donnerstag gilt aufgrund der verkürzten Messelaufzeit ein leicht abweichender Ablauf (10:30 bis 12:00 Uhr und 12:30 bis 14:30 Uhr).
Tag 1: Fachkräftemangel und In-vitro Regulation
Nach aktuellen Umfragen unter medizinischen Laboratorien ist der Personalmangel derzeit die größte Herausforderung für die Aufrechterhaltung eines regulären Laborbetriebs. Prof. Thomas Streichert, Vorsitzender der Montagssession erklärt dazu: „Der anhaltende Mangel an qualifizierten Fachkräften macht es im Krankenhauslabor immer schwerer, bei steigenden Probenzahlen und immer komplexerer Diagnostik schnelle Ergebnisse bei hoher Qualität sicherzustellen.“ Auf der Forumbühne diskutieren Experten aus Praxis, Management und Ausbildung über:
Ursachen und aktuelle Entwicklungen des Personalmangels
innovative Ansätze zur Mitarbeitergewinnung und –bindung
Digitalisierung und Automatisierung als Entlastung im Alltag
Im Verlauf der Session werden Best Practices für Labore vorgestellt, die bereit sind, neue Wege in eine gesicherte Zukunft zu gehen. Die Nachmittagssession widmet sich den neuesten Entwicklungen im Bereich der In-vitro Diagnostics Regulation (IVDR), einer Verordnung der Europäischen Union, die die Zulassung, Vermarktung und Überwachung von Tests für Laboruntersuchungen am Menschen regelt. Das Podium greift unter anderem neue Entwicklungen zur Cybersicherheit und zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) auf und befasst sich mit dem Verbraucherschutz beim Direct-to-Consumer Testing (DTCT), einer relativ neuen Form der Direktvermarktung von Labortests über Internet und Apotheken ohne ärztliche Begleitung.
Tag 2: Kardiologie und Onkologie
Die Dienstagssession wird von Prof. Stefan Holdenrieder geleitet, der auch der Organisator des wissenschaftlichen Gesamtprogramms ist. Traditionell stellt er am zweiten Messetag aktuelle Entwicklungen der Laboratoriumsmedizin für die beiden Krankheitskomplexe vor, die die Mortalität in der westlichen Welt bestimmen: Herz-Kreislaufkrankheiten und Krebs.
Dieses Jahr legt er den Fokus in der Vormittagssitzung auf den aufstrebenden Zweig der Kardiogenetik. „Wir erfassen und untersuchen am Deutschen Herzzentrum der TU München nicht nur bei unseren kleinen Patienten mit angeborenen Herzfehlern und Kardiomyopathien, sondern in zunehmendem Maße auch bei Erwachsenen mono- und polygene Risikofaktoren, die die Entstehung der koronaren Herzerkrankung fördern“, so Holdenrieder. Hier gilt es, rechtzeitig einzugreifen, um schwere Langzeitschäden zu vermeiden. Mit Prof. Dr. Cordula Wolf und PD Dr. Teresa Trenkwalder werden zwei ausgewiesene Expertinnen aus seinem Hause diese Themen mit Prof. Eric Schulze-Bahr, Direktor des Instituts für Genetik von Herzerkrankungen (IfGH) des Universitätsklinikums Münster, diskutieren.
Stand: 08.12.2025
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In der onkologischen Diagnostik greift Prof. Holdenrieder das „heiße Eisen“ der „Multi-Cancer Early Detection“ (MCED) auf. Es geht dabei um hochsensitive und hochparallelisierte Techniken, mit denen eine Früherkennung von Krebs aus dem Blut ermöglicht werden soll. Die Basis sind DNA-Moleküle, die aus Krebszellen in die Zirkulation abgegeben werden – sog. zellfreie oder cfDNA – und die aufgrund bestimmter biochemischer Charakteristika wie Methylierungs- und Fragmentlängenmuster Auskunft geben können, aus welchen Tumoren sie stammen, noch ehe diese sich klinisch oder radiologisch zu erkennen geben. Für die Auswertung der dabei anfallenden Datenflut sind fortschrittliche bioinformatische Techniken erforderlich.
Tag 3: Young Scientists Day
Eine feste Tradition ist inzwischen auch der „Young Scientists Day“, bei dem PD Dr. Verena Haselmann junge Wissenschaftler einlädt, ihre Forschungsergebnisse zu präsentieren und die Interessen des labormedizinischen Nachwuchses zu vertreten. Ihre Schwerpunktthemen sind dieses Jahr am Vormittag Künstliche Intelligenz in der Labormedizin und am Nachmittag „Tele-Lab Care“. Im Zentrum beider Sitzungen steht die zunehmende Digitalisierung der labormedizinischen Patientenversorgung sowie die Zusammenarbeit mit anderen diagnostischen Bereichen, etwa der Bildgebung im Rahmen der integrierten Diagnostik oder dem kontinuierlichen Self-Monitoring mit Wearables. Das Spektrum der Vorträge reicht von der Unterstützung der integrierten Diagnostik durch Large Language Models über spezielle KI-Anwendungen in der Hämatoonkologie und Pädiatrie bis zu regulatorischen Aspekten der telemedizinischen Patientenbetreuung über digitale Plattformen.
Tag 4: Gesundes Altern und Langlebigkeit
Zum Abschluss des diesjährigen Medica Labmed Forums führen Dr. Kai Prager (DiaSys Diagnostic Systems GmbH) und Dr. Peter Quick vom Verband der Diagnostica-Industrie e.V. (VDGH) die spannende Diskussion über gesundes Altern und neue Ansätze zur Lebensverlängerung beim Menschen fort, die sie 2024 mit großem Erfolg gestartet haben. Anti-Aging ist in der Medizin ein kontrovers diskutiertes Reizthema, weil hier die Grenzen zwischen ernsthafter Wissenschaft und unseriösen kommerziellen Versprechen fließend sind.
Die beiden Vorsitzenden haben sich vorgenommen, das Vertrauen in diesen Zweig der Forschung mit wissenschaftlich fundierten Beiträgen zu stärken. Dazu Dr. Kai Prager: „Dieses Jahr befassen wir uns gezielt mit der Frage, wie zelluläre Prozesse und epigenetische Veränderungen unser Altern beeinflussen und welche Rolle Stammzellen dabei bilden.“ Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vorbeugung von Demenz und die Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen durch personalisierte Diagnostik und Therapie.