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Jahresstatistik 2023 zum Portal lebensmittelwarnung.de Lebensmittelrückrufe: Warum und wie oft sie in Deutschland passieren

Quelle: Pressemitteilung Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) 2 min Lesedauer

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Wenn bei Lebensmitteln nachträglich eine Gefahr wie Keime oder Fremdkörper entdeckt wird, können die Behörden dies u. a. im Online-Portal www.lebensmittelwarnung.de melden. Für das Jahr 2023 sind 308 solcher Warnungen eingegangen. Welche Produktklassen am häufigsten gemeldet wurden und was der Hauptwarngrund war, hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nun veröffentlicht.

Wenn sich bei Lebensmitteln der Verdacht auf Krankheitserreger oder andere Gefahren erhärtet, werden diese aus dem Handel zurückgerufen. Meldungen darüber finden sich auf dem Portal www.lebensmittelwarnung.de(Bild:  Microgen - stock.adobe.com)
Wenn sich bei Lebensmitteln der Verdacht auf Krankheitserreger oder andere Gefahren erhärtet, werden diese aus dem Handel zurückgerufen. Meldungen darüber finden sich auf dem Portal www.lebensmittelwarnung.de
(Bild: Microgen - stock.adobe.com)

Seit 2011 können auf dem Online-Portal www.lebensmittelwarnung.de die zuständigen Behörden Warnungen über Lebensmittel veröffentlichen, etwa wenn Fremdkörper in einer Produktcharge gefunden wurden oder bei einer Verdachtsprüfung Krankheitserreger festgestellt wurden.

„Im vergangenen Jahr wurden 102-mal Lebensmittel aufgrund mikrobiologischer Verunreinigungen zurückgerufen“, sagt Friedel Cramer, Präsident des Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Neben Bakterien wie Salmonellen, Listeria monocytogenes oder E. coli zählen Schimmelpilze oder auch Viren zu den Ursachen. Diese Mikroorganismen können bereits im lebenden Nutztier vorkommen und dann über den Schlachtprozess, die Rohmilch etc. in die Lebensmittelkette gelangen. Außerdem können Lebensmittel bei Ernte, Herstellung und Verarbeitung kontaminiert werden.

Weitere Warngründe sind unter anderem Grenzwertüberschreitungen, unzulässige Inhaltsstoffe, Allergene und Fremdkörper. „Dafür, dass Lebensmittel gesundheitlich unbedenklich sind, ist in erster Linie derjenige zuständig, der Lebensmittel herstellt oder vertreibt“, erklärt Cramer. „Lebensmittel, die den rechtlichen Anforderungen nicht entsprechen und als nicht sicher eingestuft werden, müssen vom Markt genommen werden.“

Die am meisten gemeldet Produktkategorien 2023:

Insgesamt 308 Rückrufe haben die Bundesländer und das BVL im Jahr 2023 auf dem gemeinsamen Portal www.lebensmittelwarnung.de veröffentlicht, im Schnitt also fast jeden Tag ein Rückruf. Bei knapp einem Drittel waren mikrobiologische Kontaminationen Grund der Warnung. Darunter waren mit 35 Meldungen Salmonellen erneut die häufigste Ursache. Diese Bakterien können schwere Magen-Darm-Erkrankungen auslösen. Die am häufigsten gemeldeten Produktkategorien im Bereich Lebensmittel waren:

  • Kräuter & Gewürze: 39 Meldungen
  • Fleisch: 31 Meldungen
  • Milch und Milchprodukte: 30 Meldungen

Zunahme der Warnmeldungen erstmals seit Jahren ausgeblieben

In den vergangenen Jahren war ein stetiger Anstieg der Meldungen zu verzeichnen – 2020 (273), 2021 (282), 2022 (311). Im jüngsten Jahr der Statistik ist die Anzahl der Meldungen allerdings nicht erneut gestiegen sondern mit 308 vergleichbar zum Vorjahr geblieben. „Die gleichbleibend hohe Zahl zeigt, dass die Unternehmen in Deutschland ihrer gesetzlichen Meldepflicht nachkommen“, kommentiert Dr. Andrea Luger, Leiterin der Abteilung Lebensmittelsicherheit des BVL. „Die Unternehmen sehen öffentliche Rückrufe mittlerweile auch als Bestandteil eines verantwortungsvollen Managements, das Vertrauenswürdigkeit demonstriert“, erklärt die Expertin. Dank stetig verbesserter Analyse- und Testmethoden würden heutzutage auch geringste Verunreinigungen entdeckt.

Für das Jahr 2024 kündigt BVL-Präsident Cramer Verbesserungen an: „Die Neuentwicklung des Portals lebensmittelwarnung.de soll im Sommer 2024 online gehen. Künftig werden wir den Verbraucherinnen und Verbrauchern auch eine App anbieten können, mit der sie die Meldungen komfortabel über das Smartphone abrufen können. Diese Weiterentwicklungen unseres digitalen Informationsangebotes sind ein weiterer wichtiger Beitrag zur Stärkung des gesundheitlichen Verbraucherschutzes.“

Ergänzendes zum Thema

Das Portal lebensmittelwarnung.de ist eine Möglichkeit der zuständigen Behörden, über Rückrufe von Unternehmen zu informieren oder selbst unter bestimmten Voraussetzungen vor Produkten zu warnen.

Das Online-Portal wurde im Auftrag der 16 Bundesländer vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im Jahr 2011 eingerichtet und wird vom BVL technisch betreut. Das BVL darf auch selbst in bestimmten Fällen vor Produkten warnen.

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