Verbraucherschutz durch moderne Analytik ist das zentrale Thema auf den Lebensmittelchemietagen 2024, die vom 16. bis 18. September an der TU München stattfinden. Dort stellen Experten neue analytische Methoden vor, um beispielsweise die Sicherheit von Wein oder Sonnencreme zu gewährleisten sowie das Cannabisgesetz mit dem nötigen analytischen Werkzeug zu unterstützen.
Bei den Lebensmittelchemietagen an der TU München geht es um Lebensmittelqualität und Verbraucherschutz, etwa um die deklarierungspflichtigen Inhaltsstoffe in Wein.
(Bild: Microgen - stock.adobe.com)
Vom 16. bis 18. September finden an der Technischen Universität München (TUM) in Freising die 52. Deutschen Lebensmittelchemietage statt. Im Mittelpunkt der Jahrestagung der Lebensmittelchemischen Gesellschaft (LChG) stehen Lebensmittelqualität und Verbraucherschutz. Dabei geht es unter anderem um die automatisierte Analyse von Weininhaltsstoffen, die Überprüfung von Sonnenschutzmitteln und die Herausforderungen von Kontrolllaboren hinsichtlich des Cannabisgesetzes. Was Teilnehmer der Tagung bei diesen drei Themen erwartet, wird in den folgenden Abschnitten aufgezeigt.
In vino veritas, oder?
„Automatisierte 1H-NMR-Quantifizierung von Weininhaltsstoffen“ – Vortrag von Philip Mayr (Symbolbild)
Im Vortrag von Philip Mayr vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Würzburg geht es um das Getränk der Götter. Er stellt eine Methode vor, mit der die Inhaltsstoffe von Wein schnell und einfach überprüft werden können. Denn mit der Änderung des EU-Weinrechts müssen Weinerzeugnisse seit Dezember 2023 direkt auf der Flasche oder über einen Online-Link eine Zutatenliste und eine Nährwertdeklaration enthalten. Bisher mussten nur allergene Zutaten gekennzeichnet werden.
Ob im Wein die Wahrheit liegt und die deklarierten Zutaten tatsächlich stimmen, lässt sich mit einer von Mayr und seinem Team entwickelten Methode schnell und einfach überprüfen. Die Forscher haben die neue Quantifizierungsmethode zusätzlich zu den bestehenden Klassifizierungsmethoden etabliert und validiert. Sie ermöglicht es, durch externe Kalibration von nur zwei Substanzen alle relevanten Weinparameter gleichzeitig quantitativ zu bestimmen und softwaregestützt auszuwerten. Wie das Team dabei vorgegangen ist und wie die Methode kontinuierlich weiterentwickelt wird, erläutert Mayr im Rahmen der Tagung.
Einblicke in die Prüfung von Sonnenschutzmitteln gibt der Vortrag von Dr. Maren Hegmanns, ebenfalls CVUA Karlsruhe. UV-Strahlung ist die Hauptursache für Hautkrebs und kann viele weitere gesundheitliche Schäden verursachen. Damit Sonnenschutzmittel dem vorbeugen, müssen sie sicher sein, frei von Schadstoffen und außerdem den angegebenen Lichtschutzfaktor (LSF bzw. SPF für „Sun Protection Factor“) aufweisen. Die Bestimmung des Lichtschutzfaktors ist nicht mit klassischen analytischen Methoden vergleichbar. „Goldstandard" ist die In-vivo-Bestimmung, bei der Testpersonen UV-Strahlung ausgesetzt werden. Zwei alternative Methoden sind in Vorbereitung, aber aufwendig und teuer.
Hegmanns und ihr Team haben im vergangenen Jahr über 150 Sonnenschutzmittel mit einer neuen Methode untersucht: Organische UV-Filter wurden mittels HPLC-DAD (Hochleistungsflüssigchromatographie mit Diodenarray-Detektor) bestimmt und anorganische UV-Filter mittels Photometrie oder komplexometrischer Titration untersucht. Der Lichtschutzfaktor wurde theoretisch mit einem In-silico-Rechner bestimmt. Es zeigte sich, dass viele Produkte, insbesondere solche mit „SPF 50+“, Abweichungen von mehr als 40 Prozent aufwiesen. Für diese Proben wurden In-vivo-SPF-Ergebnisse angefordert und weiter untersucht. In ihrem Vortrag erläutert Hegmanns die Vorgehensweise. Außerdem geht sie darauf ein, wie Sonnenschutzmittel auf Kontaminanten getestet werden und dadurch die Produktqualität verbessert werden kann.
Das neue Cannabisgesetz stellt amtliche Kontrolllabore bei der Analyse und Qualitätssicherung von Cannabisprodukten vor neue Herausforderungen. Die gesetzlichen Anforderungen für Stichprobenkontrollen sind noch immer unklar. Es fehlen Beurteilungsstandards, Toleranzbereiche und standardisierte Methoden für Cannabinoide wie THC und CBD, aber auch deren Rückstände.
Während früher die Strafbarkeit von Cannabis im Vordergrund stand, geht es heute um den Schutz der Konsumierenden. Stichproben sollen die Reinheit und korrekte Deklaration des THC- und CBD-Gehalts sicherstellen. Dr. Dirk W. Lachenmeier vom CVUA Karlsruhe stellt auf der Tagung eine effiziente Kontrollmöglichkeit vor. Er hat gemeinsam mit seinem Team ein Verfahren entwickelt, das verschiedene analytische Methoden kombiniert. Eine Standardisierung dieses Verfahrens könne laut Lachenmeier eine konsistente Qualitätssicherung gewährleisten und die Sicherheit für Konsumierende erhöhen. Zudem erhöhe sie die rechtliche Sicherheit für Anbauvereinigungen und Labore.
Diese und weitere aktuelle Themen rund um Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz stehen auf dem Programm der 52. Deutschen Lebensmittelchemietage vom 16. bis 18. September. Weitere Informationen sowie die Anmeldung finden sich unter www.gdch.de/lchtage2024 auf der Homepage der Gesellschaft Deutscher Chemiker GDCh.
Die für die Tagung verantwortliche Lebensmittelchemische Gesellschaft ist mit über 2.600 Mitgliedern die größte Fachgruppe in der GDCh. Aufgabe der LChG ist es, den Gedankenaustausch auf dem Gebiet der Lebensmittelchemie und deren Nachbardisziplinen zu fördern und fachliche Anregungen zu vermitteln.
Stand: 08.12.2025
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