Leidenschaftlich-intensiv miteinander Spezialwissen diskutieren – auch das ist LIMS. Zumindest auf dem LIMS-Forum, welches am 19. und 20. November 2024 wieder Neueinsteiger und „Alte Hasen“ aus dem Bereich der Labordigitalisierung versammelte. Ein kurzer Rückblick auf die Veranstaltung.
Über 75 Teilnehmer kamen zum LIMS-Forum 2024
(Bild: Klinkner & Partner)
Für alle, die sich mit Labor-Informations- und Management-Systemen (LIMS) beschäftigen, gab es am 19. und 20. November 2024 wieder die ideale Gelegenheit: Beim LIMS-Forum von Klinkner & Partner. Rund 150 Personen waren vor Ort, inklusive Aussteller, Referenten und Veranstaltungsteam. Die zahlreichen Teilnehmer, von Einsteigern bis zu erfahrenen Anwendern, nahmen an Vorträgen, Round-Table-Diskussionen und einer interaktiven Action Area teil. Zudem präsentierten 25 ausstellende LIMS-Anbieter eine Vielzahl von Produkten, die unterschiedliche Anwendungsfelder abdeckten, von flexiblen Forschungslaboren bis hin zu stark reglementierten akkreditierten Laboren. Die Vorträge thematisierten neben klassischen LIMS-Inhalten auch neue Technologien wie künstliche Intelligenz (KI), Cloud-Lösungen und maschinelles Lernen (ML).
Tag 1: Der Status quo und die Zukunft der Labordigitalisierung
Der erste Tag begann mit einer Keynote von Dr. Thomas Steinmann, der die Digitalisierung in Untersuchungslaboren thematisierte und die Bedeutung eines LIMS als Rückgrat dieser digitalen Transformation hervorhob. Er betonte die Notwendigkeit der Teamakzeptanz und eine transparente Kommunikation bei Digitalisierungsprojekten.
Joachim Thewalt stellte in seinem Vortrag dar, wie LIM-Systeme Effizienz und Compliance steigern können, während Philipp Gutsche praxisnahe Tipps für die Ablösung eines LIMS gab. Josefine Seeger berichtete über ihre Erfahrungen mit der LIMS-Einführung in einem Radionuklidanalyselabor und die Wichtigkeit von Schulungen im Projektmanagement. Dr. Jasmin Menzel beleuchtete den Auswahlprozess eines LIMS für ein teilakkreditiertes Labor.
Nach der Eröffnung der LIMS-Ausstellung fanden Round-Table-Diskussionen statt, in denen Themen wie generative KI, digitale Kalibrierungszertifikate und elektronische Unterschriften behandelt wurden. Experten wie Dr. Michael Petri und Herbert Schwarz teilten ihre Erfahrungen zur Implementierung und prozessorientierten Einführung von LIM-Systemen. Den Abschluss des ersten Tages bildete ein Beitrag von Americo Möller und Jens Unger zur „Sicherheit und Nachvollziehbarkeit von Labordaten durch digitale Integration“.
Ab 18 Uhr gab es beim gemeinsamen Abendessen und beim anschließenden von der Labordatenbank gesponserten Get together viele Gelegenheiten zum Networking und Wissensaustausch.
Viele Anwender wünschen sich KI-Anwendungen für ihren Laboralltag, aber gibt es schon Lösungen auf dem Markt? Die Antwort lässt sich mit einem klaren „Ja“ beantworten, auch wenn die Auswahl sehr begrenzt ist. Das Entwicklerteam von „LabV“ präsentierte auf dem LIMS-Forum eine neue Kategorie: die Material-Intelligence-Plattform (MIP), die dort ihr Debüt hatte.
Zu dieser Lösung gehören unter anderem Data Mapping sowie der Einsatz von KI, eingebettet in eine moderne, nutzerorientierte Benutzeroberfläche. Das entspricht den Anforderungen vieler Branchen und gerade derjenigen, die nach wie vor unter einer fragmentierten Datenhaltung und massivem Innovationsdruck leiden.
Neu in der Softwarelösung ist eine KI-gestützte Dokumentensuche. Diese extrahiert Informationen aus Bedienungsanleitungen, wissenschaftlichen Publikationen und Prüfberichten, fasst die Daten zusammen und gibt deren Quellen mit an. So lassen sich zum Beispiel abgelegt Altdaten schnell und einfach nach wichtigen Inhalten durchsuchen.
Tag 2: Praxisorientierung und neue Technologien
Die 25 ausstellenden LIMS-Anbieter präsentierten diverse Lösungen für ein digitalisiertes Labor.
(Bild: Klinkner & Partner)
Der zweite Tag begann mit einem praxisnahen Vortrag von Dr. Tony Anacker, der demonstrierte, wie Parameter in einer Labordatenbank angelegt und Berichte erstellt werden. Charles Jouanique stellte Anwendungsfälle für künstliche Intelligenz im Labor vor und erläuterte, wie KI Routineaufgaben optimieren kann. „In wenigen Jahren wird jeder Mitarbeiter im Laborumfeld – von F&E bis zur Qualitätssicherung – einen intelligenten Assistenten nutzen“, sagte der Chief Revenue Officer bei „LabV“. „Das wird notwendig sein, um effizienter und datenbasierter zu arbeiten.“
Dr. Holger Heßke und Dr. Thomas Steinmann präsentierten einen strategischen Ansatz zur LIMS-Beschaffung durch Prozessanalysen. Dr. Cornelia Hunke thematisierte die rechtlichen und praktischen Aspekte der Cloud-Nutzung in Laboren und gab Tipps zur Gestaltung von Service Level Agreements für Datensicherheit und Compliance.
In einer Diskussionsrunde über Change Management wurden Erfolgsfaktoren bei der Implementierung von LIMS erörtert. Elmar Harringer schloss den Tag mit einem Vortrag über die Einführung und Validierung von KI- und ML-Systemen ab, wobei er regulatorische Anforderungen sowie Chancen und Herausforderungen dieser Technologien aufzeigte. Er brachte es in seinem Vortrag auf den Punkt: „Der Einsatz von künstlicher Intelligenz ist bereits da!“
LIMS-Demo-Days
Alle, die das LIMS-Forum verpasst haben, oder sich noch einmal mit den Ausstellern kurzschließen möchten, können dies auf den LIMS-Demo-Days am 14. und 15. Januar 2025 tun. Hier stellen die Anbieter Use-Cases vor, die sich direkt miteinander vergleichen lassen. Die Veranstaltung stellt die digitale Erweiterung des LIMS-Forums dar und ist für Besucher des LIMS-Forums 2024 kostenfrei.
Stand: 08.12.2025
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Fazit und Ausblick
Das LIMS-Forum 2024 verdeutlicht die wachsende Bedeutung der Digitalisierung in Laboren, insbesondere durch Cloud-Lösungen und künstliche Intelligenz. Viele Unternehmen stehen jedoch noch am Anfang dieser Transformation und benötigen Unterstützung bei der Einführung moderner Technologien. Eine fundierte Schulung in IT- und Prozessmanagement ist entscheidend, um die Effizienz zu steigern und die Compliance sowie Qualitätssicherung zu verbessern. Fortschritte in der Geräteanbindung an LIMS, unterstützt durch standardisierte Lösungen auf Basis von Open-Source-Technologien, erleichtern die Laborautomation erheblich.
Dr. Karl Kleine hob hervor, dass die Integration von Geräten an LIMS heute einfacher ist als früher und oft auch archivierungsfähige Daten mit qualifizierten elektronischen Unterschriften umfasst. Die Teilnehmenden schätzten die ausgewogene Mischung aus Fachvorträgen, Workshops und Diskussionen, die Impulse für den Umgang mit LIM-Systemen boten. Das Forum war zudem eine Gelegenheit zum Networking mit den ausstellenden Firmen.
Konrad Wagner, Geschäftsführer der Labordatenbank, betonte: „Für uns als LIMS-Anbieter ist das LIMS-Forum die wichtigste Veranstaltung des Jahres im Bereich Laborsoftware und Labordigitalisierung. Die Veranstaltung hat eine große inhaltliche Vielfalt, die sowohl Menschen in der Markterkundungsphase als auch fortgeschrittene Nutzer anspricht. Auch unsere Mitarbeiter schätzen die Möglichkeit, an den Vorträgen teilzunehmen und sich weiterzubilden. Wir sind im nächsten Jahr wieder dabei.“
Dr. Karl Kleine fügte hinzu: „Es war für mich wieder erstaunlich, dass es gelingt, das Thema LIMS in zwei Tagen so kompakt und hands-on zu präsentieren, dass es für Einsteiger und auch alte Hasen genug zu entdecken, zu diskutieren und zu lernen gibt. Ein ‚must have‘ für alle, die mit LIMS zu tun haben.“