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Biodiversität in Seen und Flüssen Mini-Biotope für die Gewässerforschung an der Uni Konstanz gebaut

Quelle: Pressemitteilung Universität Konstanz 2 min Lesedauer

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Im Kleinen verstehen, was im Großen geschieht. Mit einer neuen Versuchsanlage wollen Forscher an der Uni Konstanz die Biodiversität in Seen und Flüssen studieren. Die Wassertanks bilden so genannte Mesokosmen und schaffen eine wichtige Brücke zwischen Labor- und Freilandforschung.

Mesokosmen-Anlage auf dem Gelände des Limnologischen Instituts der Universität Konstanz. Die 600-Liter-Tanks der neuen Versuchsanlage sind groß genug, um die Biodiversität im Bodenseewasser gut abbilden zu können.(Bild:  Universität Konstanz/ Lutz Becks)
Mesokosmen-Anlage auf dem Gelände des Limnologischen Instituts der Universität Konstanz. Die 600-Liter-Tanks der neuen Versuchsanlage sind groß genug, um die Biodiversität im Bodenseewasser gut abbilden zu können.
(Bild: Universität Konstanz/ Lutz Becks)

Wie verändert sich die Biodiversität in Gewässern wie dem Bodensee? Welche Faktoren nehmen Einfluss darauf? Und was kann man künftig ändern, um dem Artenschwund Einhalt zu gebieten? Das Forschungsvorhaben Aquatic Biodiversity Exploratories (Above) am Limnologischen Institut der Universität Konstanz will diese Fragen beantworten. Die dazu neu installierte Versuchsanlage macht es Wissenschaftlern der Universität Konstanz möglich, die Biodiversität unter verschiedenen Bedingungen zu verfolgen; und das über lange Zeiträume.

Drastischer Rückgang der Biodiversität

Seit den 1970er Jahren hat die durchschnittliche Anzahl der Individuen pro Art im Süßwasser in Flüssen und Seen um 83% abgenommen. „Dieser sehr beunruhigende Rückgang der Biodiversität ist allerdings nur wenig verstanden und wir wissen so gut wie gar nichts über die Vielfalt innerhalb von Arten, die eine wichtige Rolle bei der Reaktion von Ökosystemen auf Störungen spielt“, sagt Lutz Becks, Professor für Aquatische Ökologie und Evolution an der Universität Konstanz. „Biodiversitätsforschung ist daher so wichtig und dringlich, nicht nur um zu verstehen, wie es zu diesen Veränderungen kommt bzw. gekommen ist, sondern auch um vorhersagen zu können, was künftig anders gemacht werden muss.“ Letztlich gehe es darum, dass die Biodiversität nach dem Rückgang wieder zunehmen kann, und dass sich mit den gewonnenen Erkenntnissen entsprechende Maßnahmen einleiten lassen, um diese zu fördern.

Wassertanks für kontrollierte Biotop-Forschung

Die 600-Liter-Tanks der Anlage, auch Mesokosmen genannt, sind groß genug, um die Diversität in ihrer Komplexität gut abbilden zu können. Sie werden mit planktonhaltigem Bodenseewasser befüllt. Indem die Wassertanks Experimente mit echtem Seewasser ermöglichen, dies aber in einem abgetrennten Bereich, sind sie vergleichbar mit einem in sich geschlossenen Miniatur-Biotop. In diesem kontrollierten Umfeld können die Wissenschaftler Umwelteinflüsse simulieren und dabei ganz spezifische Aspekte der Artenentwicklung unter die Lupe nehmen.

Mesokosmen schaffen eine wichtige Brücke zwischen Labor- und Freilandforschung. „Großartig an dieser Anlage ist, dass wir nicht nur einzelne Arten erfassen, sondern auch die Vielfalt innerhalb der einzelnen Arten und ihre Interaktionen untereinander beobachten können“, sagt Becks. „Und wir können Bedingungen verändern. Dies ermöglicht es uns beispielsweise, Stressfaktoren wie die Temperatur zu ändern und zu messen, welchen Einfluss dies auf die Planktongemeinschaften hat.“

Pilotanlage im Testbetrieb

Ein entscheidendes Merkmal der Anlage wird die automatisierte Bilderfassung zur Bestimmung der Lebensgemeinschaften sein. „Wir freuen uns sehr, dieses zukunftsträchtige Forschungsvorhaben zu unterstützen, das ökologische Forschung mit moderner KI-Technologie verbindet,“ sagt Stefan Hofmann, Vorstand der Gips-Schüle-Stiftung.

Die Pilotanlage soll bis zum Herbst 2024 intensiv getestet werden, bevor mit dem Bau weiterer Tanks fortgefahren wird. Die komplette Anlage wird 34 Tanks umfassen. Auch Studierenden soll die Anlage neue Möglichkeiten eröffnen. „Wir planen unter anderem, die Anlage in Praktika im Bachelor- und Masterstudiengang einzusetzen. So können wir die nächste Generation von Wissenschaftler*innen an modernste Methoden und grundlegende Fragestellungen heranführen. Gleichzeitig können wir mithilfe der Studierenden entsprechend große Datenmengen generieren und bearbeiten“, erklärt Becks.

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