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Antibiotikarückstände

Minilabor weist Antibiotikarückstände in Milch nach

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Aktuell können die 14 wichtigsten Antibiotika aus den Gruppen der β-Lactame, Sulfonamide, Chinolone, Makrolide und Aminoglykoside innerhalb von fünf Minuten simultan quantifiziert werden (s. Abb. 3). Jeder einzelne Immunoassay wurde soweit optimiert, dass die gesetzlich definierten maximalen Rückstandsmengen (maximum residue level, MRL) möglichst im Arbeitsbereich einer Messkurve liegen (s. Tabelle 1). Ein Teil der Antikörper zeigt eine so hohe Sensitivität, dass im Falle eines positiven Resultats eine Nachbestimmung mit einer verdünnten Probe notwendig ist. Die Inter-Assay-Varianz der Antibiotika-Mikroarrays liegt bei ca. 30 Prozent, die Intra-Assay-Varianz eines Chips hingegen lediglich bei zehn Prozent. Dies bedeutet, dass jeder Chip vor der Messung mit Multianalyt-Standards kalibriert werden muss, um eine hohe Reproduzierbarkeit der Messergebnisse zu erlangen.

Simultane Quantifizierung der 14 wichtigsten Antibiotika

Seit Oktober 2008 wurden am MPR 2408 Hemmstoff-positive Milchproben mit dem MCR 3 analysiert. Davon stimmten 93 Prozent der Realproben mit dem BRT-Test überein und gaben zusätzliche Informationen über die Quantität der 14 aktuell detektierbaren Antibiotika in Rohmilch. Es wurden Rückstände an einzelnen Antibiotika wie Ampicillin, Cloxacillin oder Penicillin G gefunden, aber auch Mischpräparate wie Penicillin G/Streptomycin, Cloxacillin/Ampicillin oder Penicillin G/Neomycin B sind identifiziert worden. Penicillin G war mit 72 Prozent das am häufigsten eingesetzte Antibiotikum.

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Tabelle 2 zeigt repräsentative Ergebnisse der Referenzanalytik im Vergleich zum MCR 3. Als komplementäre Analysentechniken wurden beim MPR der BRT-Hemmstofftest durchgeführt und bei der Muva die HPLC-MS-Messungen. Es ist eindeutig zu sehen, dass die Messungen im Multianalyt-Immunoassay sehr gut mit dem Hemmstofftest und der Massenspektrometrie übereinstimmen.

Besserer Verbraucherschutz und Vermeidung von Produktionsausfällen

Das hochpräzise Schnell-Analysesystem wird helfen, Antibiotika-Rückstände in Milchproben zu vermeiden, sowie den verursachenden Milcherzeuger und die Kontaminationsursache frühzeitig zu identifizieren. Bei Einsatz von Antibiotika-Kombinationspräparaten bei der Behandlung der Milchkuh ist es sogar möglich, Rückschlüsse auf das eingesetzte Präparat zu ziehen. Damit werden Produktionsausfälle und erhebliche Entsorgungskosten vermieden und der Verbraucher wird von einer noch weiter verbesserten Sicherheit des Lebensmittels Milch profitieren. Die Entwicklungen des Minilabors wurden von der Bayerischen Forschungsstiftung, dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, dem Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI) über AIF-Zutech, dem BMBF, der Bundeswehr und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziell unterstützt.

Literatur

[1] Kloth, K.; Rye-Johnsen, M.; Didier, A.; Dietrich, R.; Märtlbauer E.; Niessner, R.; Seidel, M., A regenerable immunochip for the rapid determination of 13 different antibiotics in raw milk. The Analyst 2009, 134, 1433 - 1439.

[2] Kloth, K.; Niessner, R.; Seidel M., A open stand-alone platform for regenerable automated microarrays. Biosensors & Bioelectronics 2009, 24, 2106-2112.

*Dr. M. Seidel, K. Wutz, Prof. Dr. R. Nießner, Lehrstuhl für Analytische Chemie, TU München, 81377 München,**Dr. R. Dietrich, Prof. Dr. E. Märtlbauer, Lehrstuhl für Hygiene und Technologie der Milch, Ludwig-Maximilians-Universität München, 80539 München,***Dr. K. Kloth, Dr. C. Baumgartner, Milchprüfring Bayern e.V., 85283 Wolnzach,****Dr. T. Westermair, Muva kempten, 87437 Kempten/Allgäu

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